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Waldrappe ereilt Stromtod

Trauriger Rest: Der Waldrapp "Gonzo" ist in der Nähe des bayerischen Piding nach einem Stromschlag abgestürzt. Foto: LBV © LBV

Trauriger Rest: Der Waldrapp "Gonzo" ist in der Nähe des bayerischen Piding nach einem Stromschlag abgestürzt. Foto: LBV


Darauf hat jetzt der Landesbund für Vogelschutz (LBV) in Bayern hingewiesen. Demnach habe ein bayerisch-österreichisches Artenschutzprojekt in den Jahren 2012 und 2014 wohl insgesamt sieben Waldrappe durch Stromschlag verloren. Bei einer Gesamtpopulation von unter 100 Individuen ein herber Rückschlag für die Bemühungen, bis 2019 einen überlebensfähigen Besatz von 150 ziehenden Vögeln in drei Brutkolonien zu schaffen. Dabei sollte es dazu eigentlich gar nicht mehr kommen dürfen: Nach Angaben des LBV seien aufgrund einer gesetzlichen Vorschrift bis 2012 alle als gefährlich einzustufenden Mittelspannungsmasten zu sichern gewesen. Dies sei jedoch nur auf ungefähr zwei Dritteln der Fläche Bayerns geschehen. Nun gibt es eine Nachholfrist bis Ende 2016.
Die zuständigen LBV-Expertin Oda Wieding fordert darüber hinaus jedoch auch eine Nachbesserung der früher mit ungenügenden Sicherungsmaßnahmen ausgestatteten Masten, da auch von diesen weiterhin eine Gefahr ausgehe. Mit dem Bericht über die schon im September vergangenen Jahres umgekommenen vier Waldrappe will der Verband jetzt offenbar seinen Forderungen Nachdruck verleihen. Diese sind jedoch nicht alleine betroffen: Auch andere Großvögel wie Störche oder Uhus können an den ungesicherten Stellen jederzeit einen tödlichen Kurzschluss zwischen Leitung und Mast herstellen.
PM/JMB