Home News Waldrapp: Ein Viertel der bayerischen Population erliegt Stromtod

Waldrapp: Ein Viertel der bayerischen Population erliegt Stromtod

Insgesamt fünf der seltenen Waldrappe kamen am selben Strommasten zu Tode.


Ein Viertel der Burghausener Waldrapp-Kolonie ist innerhalb von wenigen Tagen an Stromschlägen gestorben. Insgesamt fünf der Tiere fielen dem selben Trafomasten an der bayerisch-österreichischen Grenze bei Hochburg-Ach zum Opfer. Oliver Habel vom Waldrappteam Burghausen erklärte gegenüber der Redaktion, in Deutschland müssten Strommasten gesichert sein. In Österreich gäbe es eine solche Regelung allerdings noch nicht. Die Burghausener Waldrappe haben sich jedoch genau einen solchen ungesicherten Strommasten auf österreichischer Seite als Schlafplatz ausgesucht, so Habel. Durch ihre Größe können die Tiere eine Überbrückung erzeugen und somit einen Stromschlag auslösen.

Jägerschaft setzt sich ein

Die Waldrappe haben sich einen ungesicherten Strommasten als Schlafplatz ausgesucht.


Nun sollen die Trafomasten im Umkreis um die Brutkolonie bis spätestens zum nächsten Frühjahr gesichtert werden. Er freue sich sehr, dass auch die örtliche Jägerschaft sich für den Schutz der Tiere einsetze. Die Waidmänner hatten schnell reagiert und unter anderem Uhu-Atrappen aufgestellt, um die seltenen ibisartigen Vögel von den Masten zu vergrämen. Allgemein sei die Zusammenarbeit mit den Jägern für ihn sehr wichtig, da diese viel draußen im Revier unterwegs sind und somit viele Beobachtungen machen, erklärt Habel.

Das Waldrapp-Projekt zielt darauf ab, die einst heimischen Vögel wieder in Mitteleuropa anzusiedeln. Um den Tieren ein natürliches Zugverhalten anzuerziehen, werden sie teilweise mit Ultraleichtflugzeugen auf ihrem Zug begleitet.


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien als Volontär tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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