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Der Waldrapp kehrt zurück!

"Zieheltern" im Ultraleicht-Fluggerät mit jungen, handaufgezogenen Waldrappen im Trainingscamp Anif. Foto: J. Fritz © J. Fritz
Adulter Waldrapp mit Jungvogel aus der Brutkolonie Burghausen. Foto: J. Fritz © J. Fritz

Adulter Waldrapp mit Jungvogel aus der Brutkolonie Burghausen. Foto: J. Fritz

Seit dem Frühjahr 2013 hat sich nach Auskunft des "Fördervereins Waldrappteam" der weltweite Bestand freilebender Waldrappe mit noch intaktem Zugverhalten auf ein einziges Individuum im Mittleren Osten reduziert. Faktisch ist der Waldrapp als Zugvogel somit ausgestorben.
Das Projekt Waldrappteam ist der erste wissenschaftlich durchdachte und begleitete Versuch, eine ausgerottete Zugvogelart wiederanzusiedeln. Ein erfolgreicher Projektverlauf kann Vorbildcharakter für andere bedrohter Zugvogelarten haben. Hauptziel des Projektes ist die Wiederansiedlung einer lebensfähigen Population des Waldrapps in Europa, die auch tatsächlich zieht.
Projektträger ist der österreichische Förderverein Waldrappteam. Insgesamt sind acht Partner aus Österreich, Deutschland und Italien beteiligt. Bis 2019 sollen wieder mehr als 120 Waldrappe zwischen dem nördlichen Alpenvorland und der Toskana hin und her wandern. Eine erste kleine Brutkolonie konnte in Burghausen (Bayern) gegründet werden. Zwei weitere Brutkolonien sind in Salzburg (Österreich) und in Süddeutschland vorgesehen.
Während einer zehnjährigen Vorstudie waren rund 60 Prozent der Todesfälle (etwa 50 Tiere) auf illegale Abschüsse in Italien zurückzuführen. Aus diesem Grund beinhaltet das Projekt umfangreiche Maßnahmen um Wilderei nachhaltig zu reduzieren. Unterstützung wurde sowohl von großen italienischen Jagdverbänden als auch von verschiedenen Artenschutzorganisationen zugesagt.
Die "PIRSCH" beschäftigt sich in der Ausgabe 17/2013 (ab 4. September im Handel) ausführlich mit dem Waldrapp und den Bemühungen um ihn.
PM/RJE