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Dem Wald geht's gut

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Mittwoch, 08.10.2014 - 02:00
Präsentierten den Bericht: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (r.) zusammen mit Dr. Heino Polley vom Thünen-Institut. Foto: BMEL/ T. Trutschel © BMEL/ T. Trutschel
Präsentierten den Bericht: Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (r.) zusammen mit Dr. Heino Polley vom Thünen-Institut. Foto: BMEL/ T. Trutschel

Für die dritte Ist-Aufnahme des deutschen Waldes haben 60 Teams rund 420.000 Bäume vermessen. Dabei stellte sich heraus, dass die Bundesrepublik über 3,7 Milliarden Kubikmeter Holzvorrat verfügt – Spitzenwert im Europavergleich. Hochrechnungen ergeben, dass 90 Milliarden Bäume bei uns wachsen. Ebenso als Erfolg zu verzeichnen sei laut Schmidt, dass mit 11,4 Millionen Hektar die Waldfläche in Deutschland konstant geblieben wäre. Der Totholzanteil ist angestiegen.
Für Schmidt ist der gute Zustand des Waldes auf das waldbauliche Handeln vieler Waldeigentümer (Bund, Land, Kommunen, Privatbeseitz) und Förster zurückzuführen. Der Geschäftsführer der "Schutzgemeinschaft Deutscher Wald" (SDW), Christoph Rullmann, merkt jedoch an: "Die Nutzung von 98 Prozent des Zuwachses in den Landeswäldern und in den Privatwäldern über 20 Hektar sind aber ein Grund, diese Entwicklung zu beobachten, um einer Trendwende hin zur Übernutzung vorzubeugen." Der WWF legte in einer Pressemitteilung nach und fordert die Bundesregierung auf, ein Netz von ungenutzten Waldflächen zu schaffen. Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der "AGDW – Die Waldeigentümer", hat eine klare Meinung zu solchen Forderungen: "Die Natur- und Umweltschutzverbände sollten sich neue Felder und Feindbilder suchen. Der fundierte, objektive und unabhängige Zensus hat mit seinen wissenschaftlichen Fakten ihre Kritik entzaubert und gezeigt was sie wirklich ist: ideologisch durchtränkte Illusion und ein Mittel, um Spender und Mitglieder zu gewinnen."
Detail am Rande: Für Minister Schmidt ist der Rückgang der Fichte um vier Prozent Grund zum Nachdenken: "Wir müssen nun also darüber sprechen, wie viel Fichtenwald wir brauchen und welche Alternativen zur Fichte sich angesichts des Klimawandels bieten."
JMB/BS