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Waffenbesitzer-Mobbing

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Freitag, 20.11.2015 - 01:10
Wegen eines Faschingskostüms landete ein Jäger auf der "Couch". Foto: Grafik C. Stadler © Grafik C. Stadler

Ein heute 60-jähriger Jäger und Sportschütze verlangt 10.000 Euro Schmerzensgeld. Der Grund: Ihm wurde eine psychologische Untersuchung auferlegt, weil er ein Karnevals-Kostüm trug, das ihn als Schafrichter aussehen ließ. Dazu noch der unüberlegte Satz, „ich bin Pazifist, aber mit solchen Dachdeckern bin ich schneller fertig als das Bolzenschussgerät mit der Sau“. Die zuständige Behörde nahm dies zum Anlass, seine waffenrechtliche Zuverlässigkeit und Eignung zu überprüfen. Der damit verbundene Test sei „fehlerhaft, erniedrigend und verletzend“ gewesen, wird er von der „Süddeutschen“ zitiert. Deshalb zeigte er das Ergebnis nicht vor. Infolge dessen wurde seine WBK eingezogen. Unmittelbar danach legte der Mann Rechtsmittel beim Münchener Verwaltungsgericht ein. Man einigte sich auf eine Wiederholung der Psycho-Analyse innerhalb von sechs Monaten. Danach bekam er seine Waffen zurück. Bisher sieht das Gericht keinen Anlass für einen Anspruch auf Schmerzensgeld. Bis Ende Januar soll der Betroffene konkret aufzeigen, wie er durch das Verfahren der Behörde diskriminiert wurde. Ebenso denunziert fühlen sich derzeit viele legale Waffenbesitzer durch die Pläne der Europäischen Kommission. Aufgrund der tragischen Vorfälle in Paris sollen jetzt Änderungen an der EU-Feuerwaffen-Richtlinie vorgenommen werden. Wie der Verband Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler mitteilt stehen u.a. folgende Punkte zur Diskussion:
  • Erschweren des Erwerbs/Besitzes von Feuerwaffen (u.a. medizinische Tests, zeitliche Limitierung der Besitzerlaubnis)
  • Erhöhen der Kontrollen (Erwerb/Besitz)
  • Regelungen zu SRS-/Salutwaffen
    • Sicherstellung, dass ein Rückbau zu „scharfer Waffe“ nicht möglich ist
    • Einführung dieser Waffen in die Kategorie C – somit würden diese Waffen meldepflichtig werden
  • EU-weite Regelungen zur Deaktivierung von Waffen
  • Änderung der Kategorisierung von
    • Halbautomaten, welche ursprünglich Vollautomaten waren (Neu: Kat A, somit verboten)
    • Halbautomaten (auch deaktivierte), welche Vollautomaten „ähnlich“ sehen (Neu: Kat A, somit verboten)
BS/PM


Link:
Der DJV ruft zur Unterstützung einer Petition gegen die geplanten Änderungen auf