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Waffe im Revier eingeschossen: Jäger vor Gericht

Jaeger-repetiert-Waffe © Kaspars Grinvalds - stock.adobe.com
Der Jäger hatte kurz vor Aufgang der Bockjagd seine Waffe in einer Sandgrube eingeschossen (Symbolbild).

Kurz vor Beginn der Bockjagd – am 30. April dieses Jahres – hat ein 36-jähriger Jäger ein Bayern in einer aufgelassenen Sandgrube im Landkreis Neumarkt i. d. OPf. seine Waffe eingeschossen. Wie „nordbayern.de“ berichtet, habe der Waidmann dafür die mündliche Erlaubnis des Grubenbesitzers gehabt. Ein Mitarbeiter des Sandgruben-Betreibers habe davon jedoch nichts gewusst, den Jäger beim Einschießen fotografiert und dem zuständigen Bergamt in Bayreuth gemeldet. Von dort wurden die Fotos dann die an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

Tontaube diente nur als Zielscheibe

Die zuständige Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth interpretierte das Geschehen laut  „nordbayern.de“ als Tontaubenschießen und übermittelte dem Jäger einen Strafbefehl wegen unerlaubten Führens einer Langwaffe über 60 Tagessätze á 30 Euro. Der Waidmann legte dagegen Einspruch ein.

Vor Gericht erklärte der 36-Jährige, dass er zwar auf eine Tontaube geschossen habe. Diese habe jedoch auf einem hohen Sandwall gelegen und als Zielscheibe gedient. Auf den Fotos sei zudem deutlich zu sehen, dass er eine Büchse in der Hand halten würde und keine Flinte. In der Vergangenheit habe er jedoch auch mit Flinten in der Sandgrube, welche sich in seinem Revier befindet, Probeschüsse abgegeben, da der reguläre Schießplatz zuletzt gesperrt gewesen sei. Auch andere Jäger hätten das so gehandhabt.

„Auf Vorhaltungen von Richter Rainer Würth gestand der Jagdausbilder jedoch ein, dass ihm bewusst gewesen sei, sich in einer gewissen Grauzone zu bewegen“, berichtet „nordbayern.de“. Der Angeklagte nahm daher die Einstellung des Verfahrens gegen eine Geldauflage in Höhe von 200 Euro für eine gemeinnützige Einrichtung an. Der Richter riet dem Jäger, dass er sich künftig entweder die schriftliche Einverständniserklärung des Sandgruben-Besitzers besorgen solle oder das An- bzw. Kontrollschießen auf dem Schießplatz durchführen solle.

+++ Update vom 2. August 2021 +++

Gegenüber der Redaktion gab der zuständige Richter an, dass man aufgrund der aufgefundenen Menge an Patronenhülsen und Tontauben zunächst davon ausgegangen sei, dass das Schießen in der Sandgrube über das Ein- und Kontrollschießen hinausgegangen sei. In der Verhandlung habe der Jäger dann jedoch glaubhaft belegen können, dass nur ein Schuss abgegeben wurde und auch andere Jäger die Sandgrube nutzen würden. Um den Fall ohne weitere Zeugenanhörungen und ggf. weitere Konsequenzen schließen zu können, habe man sich daher auf die Einstellung des Verfahrens mit Zahlung der Geldauflage geeinigt. 


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