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Waffe in Auto gelassen: Jäger vor Gericht

Jagdwaffe-im-Auto © HR
Die Waffen lag im unverschlossenen Auto. Auch das Fenster soll geöffnet gewesen sein (Symbolbild).

Weil er seine Waffe unbeaufsichtigt in einem unverschlossenen Auto liegen ließ, musste sich nun ein Jäger vor Gericht verantworten. Wie das Amtsgericht Bad-Kreuznach auf Anfrage der Redaktion mitteilte, wurde dem Mann vorgeworfen, entgegen § 34 Abs. 1 S. 1 WaffG, eine erlaubnispflichtige Schusswaffe einem Nichtberechtigten überlassen zu haben.

Wie das Gericht weiter erklärt, war der Angeklagte mit seinem PKW im Wald unterwegs. Dabei habe er sich mit seinem Fahrzeug festgefahren und kam nicht mehr weiter. Um Hilfe zu holen, machte der Mann sich zu Fuß auf den Weg und ließ das Fahrzeug unverschlossen zurück. Seine Bockdoppelflinte sowie dazugehörige Munition nahm er allerdings nicht mit, sondern ließ diese im unverschlossenen PKW. Waffe und Munition sei daher für jeden Fremden frei zugänglich gewesen, so das Amtsgericht. Die Rhein-Zeitung berichtet zudem, dass auch das Fenster des Autos offen gewesen sei. Tatsächlich nahm ein vorbeikommender Spaziergänger die Bockdoppelflinte an sich und alarmierte die Polizei.

Verfahren vorläufig eingestellt

Die Staatsanwaltschaft hatte in einem Strafbefehlsantrag eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen á 30 € beantragt. Das Amtsgericht beraumte jedoch eine Hauptverhandlung an. „Der tatsächliche Geschehensablauf war unstreitig. Rechtsfragen waren jedoch zu diskutieren“, so eine Gerichtssprecherin gegenüber der Redaktion. In der Verhandlung wurde die Frage des Überlassens ausgiebig diskutiert. Auch deutete das Gericht in der Hauptverhandlung anfangs an, dass man von einer fahrlässigen Begehung ausgehe. Letztendlich kam es jedoch zu einer vorläufige Verfahrenseinstellung gem. § 153a StPO mit Auflagen.

Der Jäger hatte bereits vor der Hauptverhandlung seine Waffenbesitzkarte an die zuständige Waffenbehörde zurückgegeben. Er darf nun binnen eines Jahres keine neue Waffenbesitzkarte bei der Waffenbehörde beantragen. Zudem wurde ihm zur Auflage gemacht, dass er innerhalb eines halben Jahres 300 Stunden gemeinnütziger Arbeit zu leisten hat und „die Erfüllung unaufgefordert dem Gericht nachzuweisen“ hat.


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