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Voreiliger Entschluss

Gut gefüllter Saal beim ersten Tag des Bleifrei-Symposiums. Foto: DJV © DJV

Gestern startete das vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) und vom Bundesamt für Risikobewertung (BfR) initiierte Symposium zur bleifreien Jagdmunition. Untersuchungsergebnisse verschiedener Institutionen sollen während der Veranstaltung das Für und Wider von alternativen Geschossmaterialien darstellen. Doch bereits am gestrigen Nachmittag veröffentlichte das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern (MV) eine Pressemitteilung, in der Minister Backhaus eine Umstellung auf bleifreie Munition ab dem nächsten Jahr fordert: „Sollte es aus wahltaktischen Gründen jetzt keine bundeseinheitliche Regelung geben, wird MV eigene Regelungen ab 2014 einleiten“, so Backhaus.Zu diesem Zeitpunkt wurden allerdings noch nicht die Ergebnisse zum Abprallverhalten der „Deutschen Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd- und Sportwaffen“ (DEVA) vorgestellt. Auch die Untersuchungen zur Toxizität verschiedener Geschossmaterialien werden erst heute im Laufe des Tages präsentiert.
BS

Aktualisierung

Nach dem zweitägigen Symposium zeigten sich die Veranstalter zufrieden. Eine eindeutige bundeseinheitliche Regelung, wie sie Minister Backhaus forderte, wird es vorerst wohl nicht geben: "Man darf nicht ohne tiefere Kenntnisse von dem was man macht zu voreiligen Schlüssen kommen. Es gibt einige Aufträge, die wir uns noch anschauen müssen", resümierte Prof. Dr. Dr. Hensel vom BfR in seinem Schlusswort.
Laut Ministerialdirektor Clemens Neumann (BMELV) wurden neue Erkenntnisse im Laufe der Veranstaltung gewonnen. Dennoch ist es für ihn ein deutliches Zeichen, dass "mehr als ein Drittel der Jäger mit bleifreier Munition unzufrieden sind". Es müsse Jagdpatronen geben, die sich an einheitlichen Kriterien messen lassen. Wie es nun weiter geht, wird sich bei der Agrarministerkonferenz (AMK) im April in Berchtesgaden (Bayern) herausstellen, so Neumann.
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