+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 2.457 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 22.10.2021) +++
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Vogelgrippe H5N8 – so schlimm wie nie zuvor

Sascha Bahlinger © Kathrin Nüsse
Sascha Bahlinger
am
Samstag, 17.04.2021 - 06:47
Ente-tot © haenson - stock.adobe.com
Tote Wasservögel sollten umgehend gemeldet werden.

Die Vogelgrippe lässt Deutschland nicht los. Immer wieder werden neue Fälle und Häufungen von toten Vögeln entdeckt. Aktuell scheint vor allem das Rheiderland in Niedersachsen extrem betroffen zu sein. Mehrere Hundert tote Vögel wurden dort laut dem Landkreis Leer gefunden.

Auch Hero Schulte, Landwirt und Jäger im Landkreis Leer hat auf seinen Feldern etliche tote Gänse entdeckt. Das sei vor allem deshalb problematisch, weil die verendeten Tiere unter dem aktuell schnell wachsenden Gras nicht leicht zu finden seien. Würden sie dann bei der Ernte übersehen, könnten durch das Botulinumtoxin, das bei der Verwesung entsteht, die Rinder sterben, erklärt Schulte gegenüber der Redaktion.

Doch nicht nur in Niedersachsen häufen sich die Geflügelpest Fälle. Fast alle Bundesländer sind mehr oder weniger stark betroffen. Über 16.000 verendete Gänse, Enten und Schwäne, wurden beispielsweise seit Herbst 2020 im Nationalpark Wattenmeer in Schleswig Holstein angespült, erklärt Elke Reinking, Pressesprecherin des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) gegenüber der Redaktion. Es handle sich um das größe Vogelgrippegeschehen, das in Deutschland beobachtet wurde. Dabei hat die Tierseuche nicht nur Einfluss auf Wildvögel, sondern betrifft auch Geflügelbetriebe massiv. Zwischen Oktober 2020 und März 2021 wurden mehr als eine Million Tiere auf den Höfen gekeult.

Die Karte zeigt, dass sich die Wildvogelfälle vor allem an den Küsten Norddeutschlands häufen. Gerade bei den Wildvögeln handelt es sich oft um Stichproben, weshalb die tatsächliche Fallzahl deutlich höher ist.

Wie Reinking berichtet, spielt dem Virus vor allem das aktuell eher nasskalte Wetter im Frühjahr in die Karten. Nicht nur würden dadurch die Viren besser überleben als bei starker UV-Strahlung, sondern die Vögel rücken bei Kälte auch enger zusammen. Man habe bislang vor allem diverse Gänsearten, aber auch Schwäne, Knutts und Greifvögel unter den Opfern bestimmen können. Im November wurden allerdings auch etliche Pfeifenten unter den verendeten Tieren entdeckt. Bei größeren Funden an toten Vögeln, wie derzeit im Landkreis Leer muss man aktuell von einem Befall mit der Vogelgrippe ausgehen. Andere Ursachen wie Vergiftungen seien aber laut der FLI-Sprecherin nicht ausgeschlossen, so lange keine Laborbefunde vorliegen.


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