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Vogelfreie Fütterungs-Ansichten

Das besagte Igelfutter: Der Nabu will von nichts gewusst haben. Foto: Screenshot MW


Auf der Verpackung des Igelfutter sind neben dem Schriftzug „Bio-Pastete“ auch das Logo des Nabu zu sehen. Gerade dieser hatte aber in den vergangenen Wochen stets Stimmung gegen das Füttern von Wildtieren gemacht. Dem Bundespapier zur Jagd ist zum Beispiel zu entnehmen, dass „…der natürliche Tod von Wildtieren im Winter ein biologischer Prozess“ sei und man einen „grundsätzlichen Verzicht auf die Futterausbringung“ fordere.
Wie die Pressesprecherin des Nabu-Bundesverbandes, Kathrin Klinkusch, auf jagderleben-Nachfrage mitteilte, sei besagtes Igelfutter zwar ohne deren Zustimmung gelabelt worden, dennoch halte man „den Verkauf für vertretbar“. Klinkusch’ Begründung: Igel kämen häufig in Siedlungsnähe vor, was dazu führe, dass die Tiere „aus falscher Tierliebe schnell mit nicht artgerecht gefüttert … und oft eingefangen“ würden. Deshalb gehe man den Kompromiss und propagiere, Igel „artgerecht beizufüttern“. Weiter führte Klinkusch aus, dass man die Fütterung von Vögeln als „hervorragende Naturerlebnismaßnahme“ befürworte, nicht jedoch, „als Maßnahme zur Erhaltung.“ Im Gegensatz zur Fütterung von Schalenwild, gebe es außerdem bislang keine Anhaltspunkte für „vergleichbare negative Auswirkungen“ auf Ökologie und Ökonomie.
Ausreichend Anhaltspunkte sollen dem Nabu aber in einem anderen Fall vorgelegen haben. Dabei ging es um die Errichtung eines Zaunes in einem Naturschutzgebiet an der Knock (Ostfriesland), dem im vergangenen Winter elf Rehen zum Opfer fielen. „Mehrmals“, so Frank Radke (Vorsitzende der Jägerschaft Emden) gegenüber der Redaktion, „haben wir darauf hingewiesen, dass da kein dauerhafter Zaun aufgestellt werden darf“. Doch der Nabu sah das wohl anders und drängte auf den Bau. Dort weidende Schafe müssten davon abgehalten werden, die ebenfalls dort vorkommenden seltenen Strandastern abzufressen. Laut Radke grundsätzlich richtig, aber ein mobiler Weidezaun hätte wohl keine Rehe auf dem Gewissen gehabt. Genau dies befürchteten nämlich die Jäger: Bei Hochwasser können Wildtiere durch den dauerhaften Zaun nicht auswechseln und daher ertrinken. Was dann leider auch der Fall war. Radke: „Aber auf uns wollte man ja nicht hören.“
MW/BS