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Virale Falschmeldung um angebliche Wolfsrisse

Laut einer anonymen Falschmeldung sollen in Celle dutzende Pferde von Wölfen angegriffen worden sein (Symbolbild).


Eine unerklärliche Falschmeldung macht auf Facebook und Whatsapp die Runde. In Celle soll einem anonymen WhatsApp-Text nach ein Wolfsrudel eine Herde von 43 Jungpferden des Landgestüts Niedersachsen „aufgerieben“ haben. Dabei sollen sieben Tiere getötet, mehr als 20 zum Teil schwer verletzt worden sein. Die Nachricht vermittelt aufgrund der Fülle an scheinbar präzisen Details auf den ersten Blick eine vergleichsweise hohe Authentizität. Im Laufe des Textes ergeht sich der Autor in Verschwörungstheorien. Eine davon: Der Vorfall solle von der Landesregierung Niedersachsen „unter den Teppich gekehrt werden“. Über das Anliegen des Verfassers kann nur spekuliert werden, Jagdverbände vermuten eine gezielte negative Meinungsbeeinflussung gegen Wölfe und Panikmache.

Klares Dementi des Landgestüts Niedersachsen

Das Landgestüt Celle reagierte auf den Vorfall besonnen, aber mit Deutlichkeit: „Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass jemand das Landgestüt und seine Hengste nutzt, um Stimmung gegen den Wolf zu machen“, so das Gestüt in einem Statement. Den Vorwurf, der angebliche Vorfall solle vertuscht werden, entkräftet das Gestüt mit Offenheit und Details. „Kenner des Landgestüts werden wissen, dass das Landgestüt Celle gar keine Weiden in dem angegebenen Kreis hat“. Sämtliche Tiere würden auf den Flächen des Hengstaufzuchtgestüts Hunnesrück gehalten. Die Tiere seien alle wohlauf.

DJV fordert sachlichen Umgang mit Thema "Wolf"

Der Fall macht einmal mehr deutlich, wie es „Spaßvögeln“ oder berechnenden Aktivisten gelingt, eine enorme Reichweite in den sozialen Medien zu erreichen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) bittet Jäger die Nachricht nicht weiterzuverbreiten. Das Thema "Wolf" solle nicht noch weiter emotional aufgeladen, sondern versachlicht werden. CL


Redaktion Niedersächischer Jäger Seit über 60 Jahren ist der Niedersächsische Jäger das Jagdmagazin zwischen Ems und Elbe.
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