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Wie viel Wolf verträgt Schleswig-Holstein?

Der reißt nichts mehr: Ein Präparat als Anschauungsobjekt auf der vergangenen Veranstaltung. Foto: Kaufmann


Isegrim spaltet das Land zwischen den Meeren. Während sich die einen über die Wiederansiedlung des Großraubtieres freuen, herrscht bei anderen große Verunsicherung bis Ablehnung.
„Der Wolf ist ein wildes Raubtier, und als moderne Zivilisation sind wir es nicht mehr gewöhnt, mit wilden Raubtieren umzugehen. Aber auch umgekehrt gilt: Der Wolf ist nicht an die moderne Zivilisation gewöhnt, und wir wissen nur wenig darüber, wie er sich in einer dicht besiedelten Kulturlandschaft verhält”, so die Aussage von Robert Habeck. Die Aufnahme des Grauhundes ins Jagdrecht lehnt der grüne Minister jedoch weiter ab. Er halte das „nicht für sinnvoll” – der Wolf sei streng geschützt über das Artenschutzrecht. Im Jagdrecht hätte er daher ohnehin eine ganzjährige Schonzeit. Zudem gäbe es auch jetzt die nötigen rechtlichen Instrumente, um in Gefahrensituationen vorgehen zu können: „Wir haben die Möglichkeit, im Einzelfall artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigungen zur Vergrämung und zum Abschuss zu erteilen”, begründet Habeck.
Bislang seien Fachleute des Bundesamtes für Naturschutz davon ausgegangen, dass – wenn überhaupt – nur einzelne Tiere selten und für sehr kurze Zeit in Schleswig-Holstein auftauchen würden. „Die Wirklichkeit hat uns eines besseren belehrt”, räumt der Landwirtschaftsminister ein. Jetzt streifen Wölfe praktisch permanent durch das Land. 22 sichere Nachweise sowie zwei bestätigte Hinweise gab es in den letzten Jahren, und auch in Dänemark tauchen immer wieder Wölfe auf.
„Die hohe öffentliche Bedeutung des Themas erfordert, dass wir es (das Wolfsmanagement) stärken und ausbauen”, so Habeck. Vor diesem Hintergrund strukturiere man das Wolfsmanagement um und stelle es in den nächsten Wochen neu auf. So soll es künftig staatlich organisiert und beim „Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume“ (LLUR) angesiedelt werden. Darüber hinaus werde das Landesamt ab 2016 mit einem eigenen Haushaltstitel von zunächst 100.000 Euro im Jahr ausgestattet und personell verstärkt.
Robert Habeck schloss seine Rede, wie er sie auch begonnen hat – mit einem Dank an die ehrenamtlichen Wolfsbetreuer im Land.
Anna L. Kaufmann



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