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Verletztes Wildschwein litt wochenlang Qualen

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Samstag, 21.05.2011 - 02:07
Erlöst: Der Fangschuss aus der Waffe des Nachsuchenführers beendete ein grausames Martyrium. Foto: Polizei Adenau © Polizei Adenau

Verwesung bei lebendigem Leib: Blick in den Rachen des angefahrenen Überläufers. Foto: Polizei Adenau

Mehrere Anwohner einer Ortsrandstraße in Antweiler (Landkreis Ahrweiler ) meldeten bei der Polizei in Adenau ein „aggressives Wildschwein“. Zeugen hatten das Wildschwein beobachtet, wie es immer wieder ohne erkennbaren Grund mit dem Gebräch in einen Bach schlug, um dann wieder humpelnd durch die Vorgärten zu laufen.
Drei Beamten der Wache in Adenau, darunter ein Polizist mit Jagdschein, trafen zunächst Sicherheitsvorkehrungen für die Bewohner. Dann riefen sie einen Jäger mit Jagdgewehr hinzu, um für einen eventuellen Fangschuss gerüstet zu sein. Die Polizisten durchsuchten die Siedlung, doch das Wildschwein blieb verschwunden. Schließlich entdeckte einer der Beamten aber doch das schwer kranke Tier, als dieses sich in ein Dickicht neben einem Garten schleppte. Der Mann gab einen Fangschuss aus der Dienstpistole ab, traf auch, doch die Sau flüchtete. Daraufhin wurde ein Nachsuchengespann angefordert.
Der Hundeführer aus Hümmel folgte der Wundfährte mit seinem Hannoverschen Schweißhund durch Dornengestrüpp und einen Bach. An einer Hütte in der Nähe stellte der Hund das Stück, so dass der Hundeführer einen Fangschuss antragen und das Wildschwein endlich von seinem langen Leiden erlösen konnte.
Der Überläufer war auf weniger als 30 Kilogramm abgemagert, der Unterkiefer des Stücks war bereits stark verwest. Zunge und Rachenraum waren verfault und von Maden besiedelt. Es müsse „von einer mehrwöchigen Leidenstour ohne die Möglichkeit der Nahrungsaufnahme und einer zwangsläufig gesteigerten Aggression ausgegangen werden“, berichtet die Polizei in Adenau. Ursache war laut Polizeiangaben ein Wildunfall vor mehreren Wochen. Eine Schussverletzung konnte ausgeschlossen werden. PM