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Verletztes Kitz: Jäger und Lohnunternehmer angezeigt

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 27.06.2019 - 17:26
Das Kitz musste aufgrund seiner schweren Verletzungen erlöst werden (Symbolbild). © Dieter Hopf

Eine nervöse Rehgeiß fiel einem Polizisten auf, der privat am Montag nahe Neunkirchen am Brand (Bayern) unterwegs war. Die Geiß befand sich auf einer frisch gemähten Wiese und zeigte ein auffälliges Verhalten. Der Beamte schaute sich die Wiese genauer an und fand dabei ein verletztes Kitz. Dieses war noch am Leben, wies aber an allen vier Läufen schwere Schnittverletzungen auf.

Lohnunternehmer nicht weit entfernt

Nach eigenen Angaben machte der Polizeibeamte den Unternehmer, welcher unweit eine weitere Wiese mähte, auf den Vorfall aufmerksam. Er bat ihn darum den zuständigen Jagdpächter zu kontaktieren, damit dieser das Kitz von seinem Leid erlösen könne.

Jäger verhindert

Der Traktorfahrer setzte den Jäger telefonisch von dem verletzten Kitz in Kenntnis. Jedoch könne sich dieser derzeit nicht darum kümmern, berichtet der Polizist weiter. Der Jagdpächter erteilte dem Unternehmer daher einen Auftrag zur Nottötung. Diese führte er im Beisein des Beamten anschließend aus.

Laut Polizei wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Bamberg ein Ermittlungsverfahren gegen den Jagdpächter und den Unternehmer eingeleitet. Es werde einerseits geprüft, ob die Abwesenheitsgründe des Jagdpächters für ausreichend gelten, andererseits ob der Unternehmer den Mähauftrag hätte annehmen dürfen. Denn nach ersten Erkenntnissen wurden vor der Mahd keine geeigneten Maßnahmen gegen Wildverluste unternommen.

Die Staatsanwaltschaft verweist, laut Polizei, auf den vor Kurzem veröffentlichten „Mäh-Knigge“. Dieser wurde von der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft herausgegeben und beinhaltet Handlungsanweisungen zur tierschohnenden Mahd.

In der vergangenen Zeit wurden vermehrt Mähtod-Fälle bekannt, welche auch rechtlich verfolgt wurden. Die Bevölkerung ist für dieses Thema wohl sensibilisiert. Daher stehen Landwirten, aber auch Jäger unter genauerer Beobachtung.

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