+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 184 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 25.11.2020) +++
Home News Vergrämung auch in Schutzgebieten erlaubt

Vergrämung auch in Schutzgebieten erlaubt

am
Montag, 23.08.2010 - 18:08

In Baden-Württemberg ist eine neue Kormoranverordnung in Kraft getreten. Darüber hinauskann mitAusnahmegenehmigungen erlaubt werden, dass auch an Gewässern in Natur- und Vogelschutzgebieten Kormorane vergrämt werden dürfen.
Die höhere Naturschutzbehörde (Regierungspräsidium Freiburg) erlaubtdanach für den kommenden Herbst und Winter in engen Grenzen die Vergrämung am Bodensee-Untersee, am Restrhein sowie im oberen Wutachtal. Für den Bodensee gilt: Im Bereich des Gnadensees, Zeller Sees und Untersees darf vom 1. September 2010 bis 15. März 2011 vergrämt werden. Wesentliche Änderung im Vergleich zum letzten Jahr ist die Herausnahme des Bereichs des Ermatinger Beckens vor dem Naturschutzgebiet "Wollmatinger Ried-Untersee-Gnadensee" aus der Vergrämungszone.
Imvergangen Winter wurden am Untersee insgesamt 81 Kormorane geschossen. Der Winterbestand umfasst dort rund 350 bis 450 Kormorane, im Sommer sind es circa 400 bis 550 Tiere. Nicht erlaubt ist die Vergrämung im Bereich des Markelfinger Winkels, des Markelfinger Sees sowie auf dem östlichen Untersee im Bereich des Ermatinger Beckens. Kein Vergrämungsabschuss ist zulässig innerhalb von Naturschutzgebieten und in einem 150-Meter-Streifen vor Naturschutzgebieten. Ein Mindestabstand von 300 Metern zu großen Wasservogelansammlungen auf dem See ist einzuhalten. Auf dem Zeller See sind Abschüsse nur vom Boot aus im Bereich der Netze und Reiser zulässig. Im Bereich des Rheinauslaufs bei Öhningen ist aus Gründen des Äschenschutzes der Abschuss länger erlaubt, nämlich bis zum 15. April. Abschüsse von Jungvögeln sind an den Netzen und Reisern in der Zeit vom 1. bis zum 31. August und vom 15. März bis 30. April zulässig.
Die Kormoranvergrämung wird auf dem Restrhein vom 16. August bis zum 15. März zugelassen. Bisher war als Vergrämungsbeginn der 1. September festgelegt. Ausgenommen hiervon ist weiterhin der Einstaubereich oberhalb des Stauwehrs Märkt, der im Winter ein wichtiger Vogelsammelplatz ist. Außerdem muss ein Mindestabstand von 200 Metern zu größeren Wasservogelansammlungen eingehalten werden. Im letzten Winter wurden auf 51 Kilometern Gewässerstrecke insgesamt 120 Kormorane geschossen, der Gesamtbestand ist rund zehnmal so hoch. Der Sommerbestand weist zunehmende Tendenz auf uns beläuft sich auf mehrere hundert Vögel.
An der Wutach innerhalb der Naturschutzgebiete "Wutachschlucht" und "Wutachflühen" können Kormorane vom 16. August bis zum 15. März bei der Überschreitung bestimmter Vogelzahlen vergrämt werden, um gegebenenfalls auf einen frühen und verstärkten Einflug von überwinternden Kormoranen reagieren zu können. Außerdem soll erreicht werden, dass sich im Schutzgebiet keine tradierten Schlafplätze bilden. Bisher war als Vergrämungsbeginn der 1. September festgelegt. Im letzten Winter wurden insgesamt vier Kormorane geschossen. Die Entscheidungen zum Restrhein und zum oberen Wutachtal gelten drei Jahre, die Entscheidung zum Bodensee-Untersee gilt erneut nur für einen Winter. BHA

Bild: Soll sich in Baden-Württemberg auch in Naturschutzgebieten nicht weiter ausbreiten: Der Kormoran. (Foto: Michael Breuer)