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Vergiftete Greifvögel: Jäger bestraft

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 27.06.2019 - 07:20
Die toten Greifvögel: Bei Cloppenburg hat jemand Giftköder ausgelegt. © NABU/ Ludger Frye
Die toten Greifvögel: Bei Cloppenburg hat jemand Giftköder ausgelegt.

Im Landkreis Cloppenburg (Niedersachsen) wurden im vergangenen Jahr mehrere tote Greifvögel gefunden. Ludger Frye vom NABU (Kreisgruppe Vechta) durchsuchte damals in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei ein Waldstück. Mitte April konnte dann ein 71-jähriger Jäger als Täter ermittelt werden (wir berichteten). Er habe neun Greifvögel vergiftet, so der Vorwurf.

Strafbefehl bereits rechtskräftig

Laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Oldenburg erging die Entscheidung im Strafbefehlswege. Das heißt: Es fand keine Hauptverhandlung statt. Der Strafbefehl wurde am 28. März 2019 durch das Amtsgericht Cloppenburg erlassen und ist bereits rechtskräftig. Der Jäger wurde zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen mit insgesamt 5.400 Euro verurteilt, so die Staatsanwaltschaft weiter.

Dem NABU ist die Geldstrafe jedoch nicht ausreichend. Dieser fordert einen unbefristeten Entzug des Jagdscheins sowie der Waffenbesitzkarte.

Erklärung gegen illegale Verfolgung

Im März 2007 wurde die sogenannte „Hannoversche Erklärung gegen illegale Verfolgung von Greifvögeln in Niedersachsen“ beschlossen. Daran beteiligten sich das Niedersächsische Umweltministerium, das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium, der NABU Niedersachsen, die Landesjägerschaft Niedersachsen, der BUND Niedersachsen sowie die Ornithologische Vereinigung Niedersachsen und die Arbeitsgemeinschaft Adlerschutz Niedersachsen. In der Erklärung steht unter anderem, dass eine illegale Verfolgung ohne staatliche Ausnahmegenehmigungen eine Straftat darstelle und mit einem Freiheitsentzug von fünf Jahren geahndet werden könne.