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Vergiftet, freigelassen, Abschuss

Tambacher Gehege-Hirsche: Drei von ihnen überlebten Ostern nicht. Foto: Wildpark Tambach


Ein gegattertes Rotwildrudel in Neukirchen, Landkreis Straubing-Bogen. Der Gatterbetreiber fand zunächst neben dem Futtertrog Rattengift und vergifteten Weizen. Dann, Anfang März wurde der Zaun des Geheges aufgebrochen, 32 Stück Rotwild waren weg. Durch Füttern gelang es dem Besitzer acht Hirsche wieder einzufangen. Doch kurze Zeit später wurden sie erneut freigelassen. Da die Tiere eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen, sollen sie nun erlegt werden: „Per Allgemeinverfügung haben wir die Schonzeit für Spießer und Kälber aufgehoben“, bestätigte der Sprecher des Landratsamtes, Josef Grimm, auf Nachfrage von jagderleben. Auch gehöre das Rotwild "da nicht hin", da es sich bei dem betroffen Gebiet nicht um einen Rotwildbezirk handeln würde. Bisher seien immer wieder Stücke gesehen worden, doch keines wurde bisher erlegt. Das wird sich wohl ab dem 1. August ändern, wenn die Schonzeit für Alttiere und ältere Hirsche vorbei ist.
Der zweite vermeintliche Giftanschlag ereignete sich im Wildpark Schloss Tambach (Landkreis Coburg, Franken). Dienstagmorgen, den 15. April, fanden Tierpfleger beim üblichen Kontrollgang zwei tote Rothirsche. Ein weiterer lag krampfend am Boden, auch er stirbt kurze Zeit später. Ebenfalls auffällig verhält sich ein Sikahirsch, er stirbt kurz vor Ostern. Am Zaun des Geheges finden die Mitarbeiter auffälliges Futter. Deswegen und aufgrund der Symptome vermuten sie, dass die Tiere zum Zaun gelockt und dann vergiftet wurden. Doch die toxikologische Untersuchung beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in Erlangen schafft Klarheit. Das Ergebnis: Pansenazidose, eine Übersäuerung, die durch das übermäßige Verfüttern von Getreideprodukten entstehen kann. Den Parkverantwortlichen geben sich im Gespräch mit der Redaktion erleichtert: „Zum Glück haben wir es nicht mit Tierquälern, sondern nur mit falsch verstandener Tierliebe zu tun.“
BS