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Vereine fordern Abschussplan-Abschaffung bei Jagdgesetznovelle

Eva Grun mit Drahthaar. © Laura Grun
Eva Grun
am
Donnerstag, 17.12.2020 - 07:40
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Alttier-Kalb-Schnee © joda - stock.adobe.com
Die Vereine fordern die Abschaffung von Abschusspläne für Rot-, Dam- und Muffelwild.

Bereits 2019 wurde im Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass das Jagdgesetz in Brandenburg in der aktuellen Legislaturperiode novelliert werden soll. „Die Koalition will das Brandenburger Jagdgesetz novellieren, um die Biodiversität, den Tier- und Artenschutz sowie die Lebensräume des Wildes angemessen zu berücksichtigen und zu verbessern“, hieß es im Koalitionsvertrag (wir berichteten).

Im November diesen Jahres legte bereits das „Forum Natur Brandenburg“, ein Zusammenschluss aus Landnutzerverbänden, einen Vorschlag zur Änderung des Jagdgesetzes vor. Am 8. Dezember teilte nun auch eine Allianz des NABU, BUND, Ökologischen Jagdvereins sowie des Waldbauernverbandes und die Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft ihre Anforderungen an ein neues Jagdgesetz in Brandenburg mit.

Ausschlaggebend für einen Waldumbau sei eine neue Wildbejagungsstrategie. Jedoch sei dies, laut dem Schreiben, aufgrund zu hoher Wildbestände nicht möglich. Daher fordern sie u.a., dass es jeden Flächeneigentümer ermöglich werden muss, die Jagd auf seiner Fläche – unabhängig der Größe – auszuüben. Bislang ist es nur Eigentümern gestattet, deren zusammenhängenden Flächen mindestens 75 Hektar (Eigenjagd) umfassen. Bei Jagdpächtern gehöre die Verhütung von Wildschäden nicht "zur unmittelbaren Motivation", so die Vereine. "Ihr Interesse besteht vordergründig darin, ihrem Hobby Jagd nachzugehen und darin Freude und Erfüllung zu finden", heißt es weiter.

Abschaffung von Abschussplänen gefordert

Des Weiteren wollen die Vereine die gesetzliche Mindestpachtzeit abschaffen, sodass es Jagdgenossen leichter falle Pächter zu wechseln. Auch möchten sie die Abschusspläne für Rot-, Dam- und Muffelwild abschaffen. Stattdessen soll der "Zustand des Wildes periodisch" ermittelt werden. Als Grundlage schlügen sie landesweite behördlich durchgeführte Vegetationsgutachten vor.

Weiterhin sehen die Vereine die Jagd auf Wasser- und Raubwild kritisch. Sie sei nur in wenigen Fällen erforderlich. Daher fordern sie eine regionale Festlegung. Die Jagd mit bleihaltiger Munition soll ihrer Meinung nach grundsätzlich verboten werden. Ebenso fordern die Jagd-, Forst- und Naturschutzverbände eine gesetzliche Duldung von überjagenden Hunden bei Gesellschaftsjagden.


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