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"Verbotskatalog" vorgelegt

Hat die saarländischen Jäger aufgefordert, gegnerische Organisationen zu verlassen: Landesjägermeister Andreas Schober. Foto: Günther Klahm © Klahm Günther

Die Vereinigung der Jäger des Saarlandes (VJS) hält in einer ersten Reaktion darauf viele der darin enthaltenen Forderungen für "undurchführbar und ideologisch durchsetzt". Wer das wolle, so der Verband, müsse den Landwirten auch den Wildschaden bezahlen und hinnehmen, dass Hunde trächtige Rehe reißen und bei lebendigem Leib auffressen. Der spreche auch dem Jäger die Eigenverantwortung und Fähigkeit ab und habe noch nicht zur Kenntnis genommen, dass gerade die Jäger zahlreiche neue Lebensräume für wild lebenden Tiere und Pflanzen geschaffen hätten.
Im Detail fordern die Unterzeichner der Erklärung ein Verbot:
  • der Jagd auf alle im Bestand bedrohten Tierarten
  • der Fallenjagd
  • des Abschusses von Haustieren
  • der Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren
  • der Nachtjagd
  • der Verwendung von bleihaltiger Munition
  • von Fütterungen, Kirrungen, Lockmitteln
  • der Verabreichung von Medikamenten.
Die Jagdbehörde könne bei einzelnen Verboten Ausnahmen zulassen.

Weitere Forderungen dieses jagdkritischen "Elferrats": Für alle erlegten Tierarten müsse ein Nutzungsgebot gelten. Die Jagdzeiten müssten "erheblich verkürzt" werden, in Naturschutzgebieten solle sich die Jagd dem Naturschutzziel unterordnen. Die Jägerausbildung müsse sich "an der Praxis orientieren und auf neuesten naturschutzfachlichen und wildbiologischen Erkenntnissen aufbauen".
Die Verantwortung und der Einfluss der Grundstückseigentümer müsse zudem gestärkt und eine "praktisch umsetzbare Waldwildschadensersatzpflicht" eingeführt werden. Das Waldbetretungsrecht dürfe durch jagdliche Ansprüche nicht eingeschränkt werden.
Angesichts dieser Positionen forderte Landesjägermeister Andreas Schober seine Jäger dazu auf, ihre Mitgliedschaft in den Unterzeichnerverbänden zu kündigen. An die jagenden CDU- und FDP- Landtagabgeordneten appellierte er, "ihr Gewissen entscheiden zu lassen". Günther Klahm