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Usutu-Virus: Amselsterben breitet sich aus

Wer einen toten Vogel findet, sollte ihn zur Untersuchung einschicken. Allerdings sollten die Tiere nur mit Handschuhen angefasst werden. © Pixabay.com/ Hans Braxmeier

Wer einen toten Vogel findet, sollte ihn zur Untersuchung einschicken. Allerdings sollten die Tiere nur mit Handschuhen angefasst werden.


Das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM) hat gemeinsam mit dem NABU Hamburg eine Pressemeldung zum Vogelsterben durch das tropische Usutu-Virus herausgegeben. Das Virus wird demnach von Stechmücken zwischen den Vögeln übertragen. Im Jahr 2011 war die Krankheit erstmals in Deutschland ausgebrochen. In den ersten Jahren waren vor allem Fälle entlang des Rheintals und des Untermains betroffen gewesen, so die Mitteilung weiter.

In diesem Jahr wurden nun auch in Nürnberg, Hamburg und Bremen tote Vögel gefunden. Betroffen sind vor allem Amseln. „Die 2018 bisher gemeldeten Fälle übertreffen die Zahlen aus den Vorjahren deutlich, was für ein besonders starkes Auftreten und für einen Verbreitungssprung des Virus spricht“, so Lars Lachmann, Vogelexperte des NABU Bundesverbands.

Nur mit Handschuhen anfassen

Es wird darum gebeten, verendete Vögel zu melden und wenn möglich zu Untersuchungen an das BNITM oder Veterinärinstitute einzuschicken. Damit soll die Verbreitung des Virus genauer untersucht werden. „Infizierte Vögel wirken offensichtlich krank, apathisch, flüchten nicht mehr und sterben meist innerhalb weniger Tage,“ wird in der Mitteilung erklärt. Findet man einen toten Vogel sollte man ihn nur mit Schutzhandschuhen anfassen. „Der Mensch kann durch das Usutu-Virus infiziert werden, aber – wie bei den meisten durch Stechmücken übertragenen Viren – kommt es nur sehr selten zu schweren Erkrankungen“, erklärt Dr. Renke Lühken vom BNITM. PM/ SBA


Sascha Bahlinger ist seit 2017 bei den dlv- Jagdmedien tätig. Den Jagdschein hat er während des Studiums der Forstwissenschaft 2014 erworben.
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