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Urteil: Gehegewild nicht "frei lebend"

Foto: Franz Haindl/pixelio © Franz Haindl/pixelio

Ein Wildgehegebetrieb begehrte von seiner Behörde die Feststellung, dass die von ihm in Gehegen gehaltenen Wildtiere (Rot- und Damwild) "unter ähnlichen Bedingungen leben wie frei lebendes Wild". Eine solche Einstufung hätte ihm rechtliche Vorteile gegenüber der Einstufung als "Farmwild" gebracht.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof sah die Voraussetzungen dafür aber nicht als erfüllt an. Denn unter ähnlichen Bedingungen wie frei lebendes Wild leben Tiere im Gehege nur dann, wenn sie über ihre volle Lebensspanne hin mit Ausnahme der Freiheitsbeschränkung keinen wesentlichen Einschränkungen ihres natürlichen Verhaltens ausgesetzt sind. Die regelmäßige Einbringung von Tieren aus anderen Haltungen in ein Gehege ist mit einem Leben unter ähnlichen Bedingungen wie für frei lebendes Wild aber nicht vereinbar (Bayer. VGH, Az.: 9 ZB 08.1952). JLP