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Uriger Zuwanderer überfahren

Lange Läufe, keine Furcht: Diese Eigenschaften wurden jetzt einem Elch auf der BAB 3 bei Iggensbach zum Verhängnis, der trotz eines Wildschutzzauns auf die Fahrbahn gelangt war. Foto: Polizei


Nicht schlecht gestaunt haben die Beamten der Verkehrspolizei Deggendorf, als sie am vergangenen Sonntag kurz vor Mitternacht zu einem Wildunfall auf der BAB 3 Passau Richtung Regensburg gerufen wurden: Kurz vor der Anschlussstelle Iggensbach hatte es einen Elch erwischt! Der Fahrer eines Skoda „Octavia“ hatte das Tier glücklicherweise nicht frontal, sondern nur vorne rechts gerammt. Die vier Insassen des Autos blieben unverletzt und kamen mit einem gehörigen Schrecken davon. Das schwer beschädigte Fahrzeug musste allerdings abgeschleppt werden. Zur Bergung des Kadavers rückte die Autobahnmeisterei mit einem Kranwagen an.
Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um jenen jungen Elchhirsch, der Mitte Juni im Nationalpark in eine Fotofalle getappt war. Rund 50 Kilometer sind es von dort bis zum Unfallort. Im Bayerischen Wald tauchen immer wieder Elche auf, die in der Regel aus Tschechien zugewandert sind. Viele von ihnen fallen jedoch Verkehrsunfällen zum Opfer. Daran ändert auch der seit Mai 2008 existierende Elchplan für Bayern nichts. Die Verkehrsinfrastruktur des Landes stellt ein Problem für die urigen Tiere dar. Mit ihren langen Läufen überwinden sie die landläufigen Wildschutzzäune; ihre Furchtlosigkeit gegenüber Kraftfahrzeugen bewirkt ein übriges. Der jüngste Zuwanderer hat es jetzt immerhin fast bis zur Donau geschafft, ehe ihn sein Schicksal ereilte.
PM/JMB

Ab auf den Grill

Aktualisierung vom 1. Juli: Wie die "Deggendorfer Zeitung" berichtet, hängt das Verkehrsopfer im Kühlhaus von Jagdpächter Martin Spannmacher. Der gelernte Metzger sagte, dass der Elch bei dem Unfall mit dem Auto hauptsächlich am Haupt getroffen wurde. Daher wolle er das Wildbret nicht verkommen lassen und für den Eigenverzehr zu Steaks und Würstchen verarbeiten.
BS