Home News Unkooperativer Landwirt verurteilt: Kitzrettung ist ein Muss

Unkooperativer Landwirt verurteilt: Kitzrettung ist ein Muss

Der Landwirt habe sich nicht ausreichend darum gekümmert, dass keine Kitze zu Tode kommen urteilte das Amtsgericht Gießen (Symbolbild).


Ein Landwirt aus der Nähe von Rabenau (Landkreis Gießen) in Hessen ist am Mittwoch, 1. August, zu einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Euro verurteilt worden. Bei Mäharbeiten auf einer drei Hektar großen Wiesenfläche waren ihm gleich drei Rehkitze ins Mähwerk geraten. Die Vorsitzende Richterin folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft die 75 Tagessätze zu je 100 Euro gefordert hatte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der Redaktion bestätigte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Landwirt nicht genug zum Schutz der Kitze unternommen habe. „Sie haben es darauf ankommen lassen“ zitiert die Gießener Allgemeine Zeitung die zuständige Staatsanwältin. Da die Wiese zwischen zwei Waldflächen liegt habe der Landwirt gerade im Mai und Juni damit rechnen müssen, dass dort Kitze im Gras versteckt liegen. 

Jagdpächter beklagt fehlende Kooperation

Auf der Wiese kämen jedes Jahr Kitze zu Tode, trotzdem gebe es seit Jahren keine Kommunikation zwischen Landwirt und Jäger vor der Mahd. Daher habe er sich zur Anzeige gezwungen gesehen, sagte der zuständige Revierpächter aus.

Ein befragter Sachverständiger zog die Aussage des Beklagten, er sei die Wiese vor dem Mähen selbst gründlich abgelaufen, in Zweifel – dazu hätte er auf der 30.000 Quadratmeter großen Fläche etwa sieben Kilometer laufen müssen. Ein Helfer des Landwirts sah den Angeklagten jedoch zehn Minuten nach Eintreffen auf der Wiese bereits wieder auf die Maschine steigen zum Mähen.

Im Verfahren zeigte sich der Landwirt wenig einsichtig, es sei ihm immer noch ein Rätsel wie die Tiere zu Tode gekommen seien, die Entscheidung zum Mähen sei kurzfristig gefallen. Ob der Angeklagte das Urteil akzeptiert ist noch unklar. CL

So funktioniert die Kitzrettung mit der Drohne:


Christian Liehner Redaktionsvolontär bei den dlv-Jagdmedien. Aufgewachsen am Bodensee. Jagdschein während des Studiums der Politikwissenschaft und Geschichte in Freiburg.
Thumbnail