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Unfall auf Schießstand

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Dienstag, 12.05.2015 - 02:10
Rettungshubschrauber (Symbolbild). Foto: V.D.Holz/pixelio © V.D.Holz/pixelio

Ein 39-jähriger Jäger wollte am 3. Mai gegen 15.00 Uhr sein Gewehr auf dem Schießstand in Simbach (Landkreis Dingolfing-Landau) Anschießen, berichtet der Leiter der Polizeidienststelle Landau a. d. Isar, Wolfgang Wilhelm, gegenüber jagderleben. Bei der Abgabe eines Schusses wurde der Verschluss seiner Repetierbüchse Blaser R93 zerstört und in das Gesicht des Schützen katapultiert. Nach dem Vorfall wurde der Mann mit einem Rettungshubschrauber in eine Münchener Klinik geflogen. Wie die Polizei mitteilt, befand er sich jedoch nicht in Lebensgefahr. Warum die Waffe dem Druck nicht standhielt, ist noch unklar. Zurzeit wird ermittelt, ob die Fehlfunktion durch Fabrik- oder Wiederladermunition hervorgerufen wurde.
BS


Stellungnahme von Blaser:

Bis heute haben wir leider keine offiziellen Informationen zu diesem Vorfall erhalten. Zunächst ist es uns ein Anliegen, dem Schützen unsere aufrichtigen Wünsche für eine baldige und vollständige Genesung zukommen zu lassen.

Bezüglich der Sicherheit der R93 jedoch möchten wir wie folgt Stellung beziehen:
Jede einzelne Büchse R93 wird nach Fertigstellung vom staatlichen Beschussamt nach international gültigen C.I.P. Richtlinien geprüft. Versuche haben darüber hinaus gezeigt, dass die R93 auch Gasdrücken standhält, die noch weit über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen.

In einer ganzen Reihe von Gewalttests, welche die Deutsche Versuchs- und Prüfanstalt für Jagd und Sportwaffen e.V. (DEVA) durchgeführt hatte, wurde die R93 mit einem Gasdruck von bis zu 8.000 barbelastet. Auch bei diesem massiven Überdruck kam es zu keinen feststellbaren Deformationen des Laufes im Bereich des Patronenlagers. Selbst dann nicht, wenn zuvor die Hülsen der extrem überladenen Patronen manipuliert und damit ein massiver Gasaustritt in das Verschlussgehäuse erzeugt wurde. Zudem konnten auch am Verschlusskopf keine sichtbaren Deformationen hervorgerufen werden.Die DEVA stellt hierzu fest: Sollte eine Büchse aufgrund eines übermäßigenGasdruckes von mehr als 8.000 bar beschädigt oder zerstört werden, können die Folgen nicht der Büchse angelastet werden.

Wir bitten um Ihr Verständnis, dass wir mangels verlässlicher Fakten zum jetzigen Zeitpunkt keine umfangreichere Einschätzung dieses Vorfalles vornehmen können.