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Umweltministerium Thüringen: Jäger sollen Hybride schießen

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Hannah Reutter
am
Donnerstag, 20.02.2020 - 07:15
Schwarzer-Wolf © Klemen - stock.adobe.com
Schwarze Hybride sollen künftig auch durch Jäger entnommen werden dürfen (Symbolbild).

Eine Allgemeinverfügung des Thüringer Umweltministeriums ermöglicht Jagdausübungsberechtigten sich am Abschuss der Wolf-Hund-Hybride zu beteiligen. Dies verkündete der Umweltstaatssekretär Olaf Möller am Montag bei einem Treffen mit Jagdausübungsberechtigten und Jagdverbänden. „Die Allgemeinverfügung wird die Möglichkeit zum Abschuss erweitern. Dadurch ergeben sich bessere Chancen, die Hybride noch vor einem möglichen Abwandern zu erlegen“, so der Staatssekretär.

Keine Regelung bei Verwechslung

Am vergangenen Freitag sowie am gestrigen Mittwoch wurde jeweils ein weiblicher, schwarzer Hybrid geschossen. Das Ministerium geht derzeit von drei weiteren Tieren im Bereich des Truppenübungsplatzes Ohrdruf aus. Das Umweltministerium nannte gegenüber der Redaktion nähere Details zu der Verfügung, welche am 24. Februar im Thüringer Staatsanzeiger veröffentlicht und einen Tag später in Kraft treten soll: Die Allgemeinverfügung erlaubt bis zum 30.04.2020 den Abschuss „wolfsfarbener“ Hybride, bis zum 31.12.2020 den Abschuss dunkler/schwarzer Hybride. Mit der Beschränkung auf den 30. April soll der irrtümliche Abschuss von Wolf oder Wölfin im Revier ausgeschlossen werden.

Auf Rückfrage der Redaktion, was geschehe, wenn ein Jäger einen vermeintlichen Hybrid schießt, der sich im Nachhinein als „echter“ Wolf herausstellt, entgegnete das Ministerium, dass es zu diesem Szenario keine Regelung gebe. Weiterhin ergänze die Allgemeinverfügung den Kreis derjenigen, die den Hybriden nachstellen. Es sei demnach nicht so, dass die Verantwortung für die Entnahme allein von den Jäger getragen werden muss.

LJV rät Jägern ab

Die Jäger, bei denen es sich um Jagdausübungs- bzw. Jagdschutzberechtigte sowie Jagderlaubnisscheininhaber der Landesforsten handeln soll, sollen geschult und registriert werden. Die Abschussfreigabe gilt nur in einem örtlich begrenzten Gebiet.

Der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Thüringen, Frank Herrmann, appelliert an die örtlichen Jäger: „Wir empfehlen den Jägern momentan, aufgrund rechtlicher Unsicherheiten, sich nicht am Abschuss der Hybride zu beteiligen.“

+++ Ergänzung am 24. Februar 2020 +++

Das Thüringer Umweltministerium teilte mit, dass am vergangenen Freitag (21. Februar) ein weiterer Wolf-Hund-Mischling geschossen worden sei. Diesmal handle es sich um einen schwarzen, männlichen Rüden. Damit sind laut Informationen der Redaktion alle schwarzen Hybride erlegt worden. Die anderen zwei Mischlinge sollen Wildfarben sein.