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Umweltministerium: Abschuss von Wölfen soll erleichtert werden

Der Wolf GW717m darf bis zum 30. April entnommen werden (Symbolbild). © Erich Marek

Der Wolf GW717m darf bis zum 30. April entnommen werden (Symbolbild).


Das Bundesumweltministerium (BMU) hat am 20. Mai einen Referentenentwurf zum Thema Wolf an Fachverbände aus den Bereichen Jagd, Forst, Landwirtschaft usw. herausgegeben. Die Verbände wurden aufgefordert, eine Stellungnahme bis „Dienstschluss“ des gleichen Tages abzugeben. Nach Angabe des Pressesprechers des BMU soll der Entwurf anschließend Mitte der Woche dem Kabinett vorgelegt werden.

Erleichterung beim Abschuss

Ein zentraler Punkt des Entwurfes ist die Erleichterung der Entnahme von Wölfen nach Nutztierrissen. Demnach sollen Abschüsse einzelner Wölfe erlaubt sein, auch wenn der Riss keinem bestimmten Einzeltier des Rudels zugeordnet werden kann. Dies soll „bis zum Ausbleiben von Schäden“ fortgeführt werden. Der Umgang mit Mischlingen zwischen Wolf und Hund wird ebenfalls klar formuliert: Sogenannte „Wolfshybriden“ sind zu töten.

Bei der Bestimmung von geeigneten Personen zur Entnahme von Wölfen werden, laut Referentenentwurf, die Jagdausübungsberechtigten berücksichtigt. Sind diese damit nicht einverstanden, so haben sie die „Maßnahmen zur Durchführung“ in ihrem Revier zu dulden.

Füttern verboten

Der Entwurf sieht ein klares Fütterungsverbot für Wölfe vor – auch das Anlocken mit Futter sei demnach untersagt. Wölfe sollen sich nicht an den Menschen gewöhnen, da sie durch diese Konditionierung eine Gefahr für den Menschen darstellen können.

Deutscher Jagdverband sieht Wolf im Jagdrecht

Der Deutsche Jagdverband (DJV) sieht den Entwurf als einen „Schritt in die richtige Richtung“. Allerdings seien die vorgesehenen Maßnahmen nicht ausreichend – auch nicht in Verbindung mit den Managementplänen der einzelnen Bundesländer. Der DJV bekräftigt seine Forderung den Wolf ins Jagdrecht mit ganzjähriger Schonzeit aufzunehmen und verweist dabei auf sein Positionspapier aus dem letzten Jahr.


Eva Grun hat mit 16 Jahren ihren Jugendjagdschein gemacht, jagt im Frankenwald und ist seit 2019 Volontärin bei den dlv-Jagdmedien.
Eva Grun mit Drahthaar.