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Uhu fliegt wieder

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Freitag, 11.09.2015 - 02:00
Zurück in Freiheit: Der Junguhu wird wieder ausgewildert... Foto: C. Geidel © C. Geidel

Vor zwei Tagen haben Mitarbeiter des Landesverbands für Vogelschutz (LBV) einen jungen Uhu in die Freiheit entlassen. Im Juli wurde das Tier halbverhungert entdeckt, das Muttertier wurde zuvor durch einen Giftköder getötet. In der Vogelauffangstation Regenstauf wurde der Greif aufgepäppelt. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf – übrigens frisch gebackene Jägerin – übernahm die Patenschaft. Alle Beteiligten hoffen nun, dass der vier Monate alte Vogel durchkommt. Ernüchternd ist der Ausgang der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Regensburg: Der Vergiftungsfall wurde ergebnislos eingestellt.
Immer wieder werden illegale Tötungen von bedrohten oder geschützten Wildtieren bekannt. Ministerin Scharf wörtlich: „Die zuständigen Ermittlungsbehörden müssen alles Notwendige unternehmen, um diese Taten so schnell wie möglich aufzuklären. Kriminelles Verhalten ist nicht hinnehmbar.“ Leider liegt die Aufklärungsquote aber bisher bei Null. Im Fall des vor kurzem beschossenen Uhus bei Landshut (wir berichteten hier) ist die Täterfrage noch ungeklärt.
Diese Vorfälle haben laut Bayerischem Jagdverband (BJV) eine entscheidende Bedeutung für die Akzeptanz der Jagd in der Bevölkerung. Jüngst distanzierte sich die Jägerschaft in aller Form von illegalen Abschüssen. Jedoch: „Öffentlich geäußerte Vermutungen oder Vorverurteilungen in jeglicher Hinsicht sind der falsche Weg diese Vergehen aufzuklären“, so BJV-Sprecher Thomas Schreder. Anfang Oktober werde es eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Thema geben. Geplant sei eine Resolution zu verfassen. Im Gleichen Zuge teilte der BJV mit, dass auch die Jägerinnen und Jäger an der Aufklärung interessiert seien und deshalb ihre Mitarbeit zusichern. Neben dem Muttertierschutz sei der Schutz bedrohter Tierarten eine der wichtigsten ethischen Grundsätze im Jagdbetreib.
PM/MH