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Überraschende Wende

Jungluchs im Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: Nationalparkverwaltung


Auffällig an dem am 29. Dezember 2015 zwischen Schönberg und Oberkreuzberg (Kreis Freyung-Grafenau) von einem Anwohner aufgefunden Kadaver war zunächst nur, dass nichts daran auffällig war: Keine äußeren Verletzungen, kein Einschuss, keine Knochenbrüche. In einer Mitteilung der Polizei heißt es dazu: „Aufgrund der Auffindesituation wurde zunächst angenommen, dass der Luchs beim Überqueren der Kreisstraße von einem Fahrzeug angefahren wurde und dann dort verendete. Ein sogenannter Wildunfall wurde allerdings nicht gemeldet. Das Tier wurde in Verwahrung genommen, zuständige Fachbehörden verständigt und weitere Untersuchungen veranlasst.“
Diese sind nun abgeschlossen. Ergebnis: Gewalteinwirkung. Doch was heißt das? In der polizeilichen Mitteilung ist von „menschlicher Gewalteinwirkung“ die Rede. In einem Bericht der „Passauer Neuen Presse“ (PNP) lässt sich ein örtlicher Jägervertreter mit den Worten zitieren: „Die gefundenen Anzeichen deuten wohl auf eine Art Draht hin“. Weiter heißt es in dem Bericht, das Gutachten nenne „mechanische“ Gewalteinwirkung als Ursache.
Polizei und Staatsanwaltschaft halten sich zurück, dennoch schießen die Spekulationen ins Kraut. Von "Erdrosselung" (BR) ist die Rede, der Bund Naturschutz (BN) spricht in einer Pressemitteilung entgegen dem Stand der Ermittlungen bereits von einer „illegalen Luchstötung“. Nicht auszuschließen ist derzeit jedoch auch, das sich das Tier ohne menschliches Zutun in einem Draht verfangen habe und anschließend am Straßenrand „entsorgt“ worden ist.
Licht ins Dunkel sollen weitere Ermittlungen bringen, die wegen Jagdwilderei, einem Verstoß gegen das Bundesjagdgesetz und einem Verstoß gegen das Tierschutzgesetz eingeleitet worden sind.
JMB