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Übergriff auf Bärenjunges

Bevor ihn sein Schicksal ereilte, hatte sich der muntere Jungbär im NP Bayerischen Wald mehrmals beobachten lassen. Foto: NPV © NPV

Im Januar hatte Bärin „Luna“ unverhofft drei Junge zur Welt gebracht. Ende April dann die Nachricht: es lebt nur noch eines davon. Woran die anderen beiden starben ist unbekannt, vermutet wird jedoch eine Infektion oder Milchmangel.
Jetzt, rund einen Monat später, ist das Bären-Freigehege komplett ohne Nachwuchs. Laut den Verantwortlichen hatte die Bärin bei einem "aggressiven Ausbruch" ihr noch verbliebenes Jungtier gepackt und durch die Luft geschleudert, was zu einer massiven Verletzung am Träger führte. Eine Operation blieb erfolglos, der kleine Petz wurde eingeschläfert.
Die bisher starke Fürsorglichkeit gegenüber dem Jungbären hatte mit der Paarungsbereitschaft der Bärin nachgelassen. Dr. Dennis Müller, Tierarzt und Leiter des Freigeländes dazu: „Das aggressive Verhalten hat uns sehr überrascht.“ Zwar habe „Luna“ ein größer werdendes Interesse an dem Bärenvater gezeigt, dennoch säugte sie ihr letztes Junges immer noch ausreichend. „Ein solches Handeln ist für die Tiere eigentlich nicht typisch. Wir bedauern den Verlust außerordentlich,“ so Müller.
Von Anfang an stand das Leben der kleinen Braunbären unter keinem guten Stern. Denn eigentlich sollten die drei Jungtiere gar nicht geboren werden. Zu schwer sei ihre Vermittlung in andere geeignete Gehege. Im vergangenen Herbst hatte man deshalb bei der Bärin sogar einen medikamentösen Trächtigkeitsabbruch versucht. Bei der dazu nötigen Vollnarkose gab es dann Komplikationen. Daher habe man von einer zweiten notwendigen Behandlung abgesehen, was dem Nachwuchs zunächst das Leben rettete. Allerdings nur für kurze Zeit wie sich jetzt auf tragische Wiese herausstellte.
PM/RJE