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Überangebot soll Schwarzhandel erledigen

Gewildertes Nashorn: Auch in diesem Jahr wird wieder ein Rekordhoch erwartet. Foto: WWF © WWF

Gewildertes Nashorn: Auch in diesem Jahr wird wieder ein Rekordhoch erwartet. Foto: WWF


Insgesamt verfügt laut einem Bericht der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) die südafrikanische Regierung über 16 Tonnen der äußerst begehrten Hörner. Sie stammen von natürlich verendeten Dickhäutern. Für ein Kilogramm Rhino-Horn werden auf dem Schwarzmarkt bis zu 50 000 Dollar gezahlt (im Vergleich: 1000 Gramm Gold kosten derzeit rund 40 000 US-Dollar). Daher rechnet das zuständige Wasser- und Umweltschutzministerium in Pretoria mit einem Verkaufserlös von bis zu elf Milliarden Rand (umgerechnet knapp eine Milliarde Euro). Ob die CITES-Verantwortlichen den entsprechenden Antrag für die Versteigerung bewilligt, bleibt abzuwarten.Verschiedene Umweltschutzverbände, wie zum Beispiel der WWF, befürchten auch dieses Jahr wieder ein Rekordhoch an gewilderten Nashörnern. Bislang wurden in Südafrika 461 Tiere illegal geschossen (allein 288 im Krüger Nationalpark). Das entspricht seit 2007 einer Steigerung von 6000 Prozent. Vor allem in Asien ist das gemahlene Horn in der traditionellen Medizin ein gefragtes Potenz- und Heilmittel. „Die Nachfrage ist noch einmal angestiegen, als in Vietnam das Gerücht aufkam, dass das Horn-Pulver Krebs heile“, so Roland Gramling, Pressesprecher des WWF, gegenüber jagderleben.
Neben seiner Organisation ist sich auch die Umweltschutzministerin des Landes, Edna Molewa, unsicher, ob man mit der Aktion das gewünschte Ziel erreiche: „Wir wissen nicht, was passieren wird“, sagte sie gegenüber der FAZ. Aussagen wie diese sind beschreibend für die Ratlosigkeit des Landes. Auch gibt es Überlegungen den Grenzzaun zwischen dem Krüger Nationalpark und Mosambik zu erneuern und, wie zu Apartheidzeiten, unter Starkstrom zu setzen.
BS