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Über 40 Nutztierrisse

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Mittwoch, 24.02.2016 - 01:10
Drei der 50 Nutztiere, die vom Wolf gerissen wurden. Foto: Sachsenforst © Sachsenforst
Drei der 50 Nutztiere, die vom Wolf gerissen wurden. Foto: Sachsenforst

Passiert ist der Vorfall in der Nacht zum vergangenen Montag. Erwischt hat es Schafe und Ziegen, die am Rand des gleichnamigen Naturschutzgebiets (NSG) zur Landschaftspflege eingesetzt wurden. Trotz vorschriftsmäßigem und stromführendem Schutz hätten die grauen Räuber das Hindernis überwunden, sagte Sachsenforst-Sprecherin Cornelia Schlegel. Die aktuelle Schadensbilanz: 42 getötete Tiere (40 Schafe und zwei Ziegen) und drei verletzte Schafe. 45 Schafe wurden wieder eingefangen, 30 suche die NSG-Wacht noch, so Schlegel. Man habe lediglich zwei tote Schafe in der Einzäunung gefunden, während die restlichen Kadaver etwa 500 bis 600 Meter außerhalb der Koppel lagen. 25 Tiere seien nicht geflüchtet. Weiter erklärte sie, dass es aufgrund der Rissspuren keine Zweifel zum Täter gebe. Seit dem Erstnachweis des Rudels im Jahr 2011 sei dies der erste Übergriff dieser Art.
Ein ebenfalls bisher unbekanntes Ausmaß hatten Übergriffe auf ein Wildgehege im Kreis Stendal (Sachsen-Anhalt). Laut MDR wurden dabei 25 Stück Dam- und Muffelwild gerissen. Ob auch dort ein Wolf der Verursacher ist, wird sich erst in rund zwei Wochen zeigen. Erst dann liege der Befund der Genanalyse vor, heißt es.
Die Untersuchungen beim Senckenberg-Institut für Wildtiergenetik in Gelnhausen sind dabei nicht immer so zeitintensiv, wie häufig von offiziellen Stellen des Wolfsmanagements behauptet wird. Gegenüber dem NDR äußerte sich diesbezüglich der Fachbereichsleiter des Instituts, Dr. Carsten Nowak. In der Regel lägen die Ergebnisse nach wenigen Tagen vor. Verzögerungen bei den Untersuchungen hätte es seit Monaten nicht gegeben. In Niedersachsen habe man deshalb erkannt, dass der "Gesamtprozess" beschleunigt werden müsse, heißt es aus dem Umweltministerium. Das würde folglich auch schnelles Handeln der dortigen Verantwortlichen mit einschließen.
MH

Aktualisierung vom 24. Januar 2016

Laut "MDR" sind es inzwischen mindestens 64 tote Nutztiere.
MH