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Über 30 tote Greife

Trotz Schutzstatus: Dies ist eine der illegal getöteten Rohrweihen. Foto: Birdlife © Birdlife

Ein Vogelkundler von "Birdlife" hat vor wenigen Tagen einen "grausigen Fund" gemacht, heißt es in einer Mitteilung des Landesjagdverbandes Niederösterreich (LJV) und des WWF. Auf einem etwa ein Hektar großen abgeernteten Feld bei Stronsdorf (Bezirk Mistelbach) entdeckte er 37 tote Rohrweihen. Daraufhin verständigte er Polizei und Landesjagdverband. Auch ein Experte des WWF begutachtete den Fund. Dieser geht aufgrund der großen Kadaverzahl davon aus, dass die Weihen über einen längeren Zeitraum (etwa drei bis acht Wochen) abgepasst und geschossen wurden. Dafür sprächen auch die unterschiedlichen Verwesungsstadien.
Für die Region sei es ein erschreckender Rekord. Laut LJV-Geschäftsführer Dr. Peter Lebersorger wurden alle gefundenen Rohrweihen durch Schrotmunition getötet. Dies gehe aus dem Befund des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien hervor. Die Untersuchung gab der LJV in Auftrag.
Für Lebersorger ist klar, dass die Straftaten von Jägern begangen wurden. Er stützt seine Behauptung unter anderem auf die Tatsache, dass auf dem Feld leere Patronen gefunden wurden. Ebenfalls ist für ihn verdächtig, dass bei einer vom Jagdleiter einberufenen Versammlung zum Thema alle Mitjäger geschwiegen hätten.
Gemeinsam haben der LJV und der WWF eine Prämie von 2.000 Euro für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des oder der Täter/s führen, ausgesetzt.

PM/MH