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Über 1400 Biber entnommen

Selbst dicke Stämme sind für den Nager kein Problem.


Was er zur Antwort bekam, veranlasste den Sozialdemokraten, sich mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit zu wenden. Rinderspacher verweist darin auf eine Verdopplung der Biberpopulation im Freistaat von rund 9.000 Tieren in 2006 auf 20.000 im Jahr 2016. Daher sei es an der Zeit, Ausgleichszahlungen, welche bislang nicht komplett durch die Staatsregierung übernommen würden, neu zu gestalten. Die zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel – derzeit laut SPD rund 450.000 Euro pro Jahr – müssten aufgestockt, Vorgaben vereinfacht werden. Ohne praxistauglichen Ausgleich würde die Akzeptanz des Bibers in Bayern immer weiter schwinden, so Rinderspacher.

Die Praxis in den Bibervorkommensgebieten sieht freilich anders aus. Dort setzt sich mehr und mehr ein pragmatischer Umgang mit den emsigen Nagern durch. Wie auch aus der SPD-Mitteilung hervorgeht, steigt die Zahl der „Entnahmen“ seit Jahren ständig an. Bayernweit wurden im vergangenen Jahr 1435 Exemplare genehmigt "entnommen"; was mit der Tötung gleichzusetzen ist. Diese Lösung scheint indes nicht nach dem Geschmack des SPD-Abgeordneten zu sein: „Der Biber genießt europaweit höchsten Schutz, Entnahmen dürfen nur in begründeten Fällen, beispielsweise zur Sicherung der Verkehrssicherheit, genehmigt werden und so muss es auch in Zukunft bleiben!“ lässt Rinderspacher sich in der Aussendung zitieren. Und damit auch ja niemand die Anfrage in den falschen Hals bekommt heißt es dazu erklärend: „Der SPD-Fraktionschef distanziert sich somit klar von Forderungen bestimmter Gruppen, den Schutzstatus des Bibers abzusenken.“

Im Umkehrschluss bedeut das wohl: Die Sozialdemokraten sind dafür, lieber mehr Geld auszugeben, als die nicht mehr gefährdete Biberpopulation zu regulieren. PM/RJE

Erwischt! Video zeigt Biber bei der "Maisernte".


Josef-M. Bloch JAGDERLEBEN.DE-Redaktionsleiter. Jagdscheininhaber seit 1987, ab 1997 in verschiedenen Funktionen für die dlv-Jagdmedien tätig.
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