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Tschernobyl: Strahlenbelastung bayerischer Jäger untersucht

Redaktion jagderleben
am
Samstag, 14.12.2019 - 12:03
Wildschwein mit einem Kennzeichen für atomares Material. © Erich Marek/ EG
In Bayern sind Wildschweine stärker radioaktiv belastet als in anderen Regionen.

Anreicherungen aus dem Reaktorunglück von Tschernobyl 1986 sind bis heute in der Umwelt nachweisbar. Damals waren besonders Regionen in Süddeutschland, insbesondere der Bayerische Wald und Gebiete südlich der Donau von radioaktiver Kontamination betroffen. Auch Jahrzehnte nach dem Unglück treten in diesen Regionen teilweise erhöhte Strahlenwerte bei Schwarzwild auf, das bestimmte Pilze – die das Material binden – aufnehmen.

Erste Ergebnisse

Das Bundesamt für Strahlenschutz untersuchte in einer Studie Jäger in Bayern auf Cäsium-137. Die Annahme der Forscher lautete, dass Jäger, die überdurschnittlich viele Pilze und Schwarzwild zu sich nehmen, auch einer höheren Strahlenbelastung ausgesetzt sind.

Jetzt liegen erste Ergebnisse dzu vor. Tatsächlich ergaben die Messungen, dass 82 Prozent der 45 untersuchten Probanden über der messbaren Erkennungsgrenze für Cäsium-137 lagen. Bei der restlichen Bevölkerung sind es etwa 25 Prozent. Jäger die zusätzlich selbst Wildpilze sammelten wiesen die höchsten Werte auf.

Geringes gesundheitliches Risiko

Denn gaben die Forscher Entwarnung: Das gesundheitliche Risiko, das von den leicht erhöhten Messwerten ausgeht ist allerdings äußerst gering. Die normale jährliche Strahlenbelastung aus natürlichen Quellen liegt um gut das fünfzigfache höher. Durch radioaktiven Zerfall und Ausscheidung gibt der Körper das Material über einen längeren Zeitraum wieder ab.

Die Studie läuft weiter

Das BfS in München sucht weiterhin nach Jägern, die sich für eine Untersuchung zur Verfügung stellen. Probanden erfahren das Ergebnis der strahlenfreien Untersuchung sofort und werden über die Ergebnisse aufgeklärt. CL