+++ Afrikanische Schweinepest bisher bei 3.885 Wildschweinen nachgewiesen (Stand 16.5.2022) +++
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Tschernobyl: Wieder mehr verstrahltes Schwarzwild in Bayern

Christian Liehner © Christian Liehner
Christian Liehner
am
Sonntag, 06.03.2022 - 17:17
Sau-bricht-im-Waldboden © Karin Jähne - stock.adobe.com
In Bayern weisen in diesem Jahr ungewöhnliche viele erlegte Sauen überhöhte Cäsium-Strahlenwerte auf.

Vor allem in Süddeutschland müssen derzeit wieder vermehrt Schwarzkittel verworfen werden, die die zulässigen Grenzwerte für die Verwertung überschreiten. In diesem Jahr fällt die Zahl der bedenklichen Stücke sogar ungewöhnlich hoch aus, wie z.B. der Forstbetrieb Zusmarshausen (Lkr. Augsburg) dem BR mitteilte. Von 60 Proben im Januar im Forstbetrieb seien 22 durch überhöhte Werte aufgefallen, ganze Strecken mussten der Tierkörperbeseitigung übergeben werden, so eine Mitarbeiterin.

Hirschtrüffel ist stark radioaktiv verseucht

Der Grund für diese auffällige Häufung liegt in der fehlenden Eichen- und Buchenmast in der Region. Das Schwarzwild weicht daher verstärkt auf Hirschtrüffel aus und wühlt beim Brechen ungewöhnlich tief. Der für Menschen nicht genießbare Hirschtrüffel bindet große Mengen des radioaktiven Cäsium 137 und erreicht hohe Strahlenwerte von 15-16.000 Becquerel pro Kilogramm (der Grenzwert für Wildfleisch liegt bei 600 Becquerel). Da das Schwarzwild die schädlichen Stoffe teilweise speichert, ist auch das Wildbret belastet. Regional fällt die jeweilige Belastung jedoch sehr unterschiedlich aus. Grundsätzliche Bedenken gegen Wildbret von Schwarzwild bestehen nicht.

Das Bundesamt für Strahlenschutz liefert Hintergrundinformationen zur Verwertbarkeit von Pilzen und Wildbret.


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