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Tschernobyl: Auswirkungen auf Wildnis und Wildtiere

Es wird immer wieder berichtet, dass Wildtiere ihre Scheu vor Menschen im Sperrgebiet verloren haben. © tijuana2014 - stock.adobe.com
Es wird immer wieder berichtet, dass Wildtiere ihre Scheu vor Menschen im Sperrgebiet verloren haben

Am 26. April 1986 kam es in Tschernobyl zur Katastrophe: Der Reaktor des Kernkraftwerks explodierte, mehrere Trillionen Becquerel Radioaktivität wurden in die Erdatmosphäre freigesetzt. Nicht nur nordöstlich von Tschernobyl ging radioaktiver Niederschlag nieder, durch Windverfrachtungen kam es auch zu einer Kontamination in vielen anderen Ländern Europas. Auch in weiten Teilen Süddeutschlands wurde der Waldboden verseucht. Pilze und Wildbret von Schwarzwild gilt seitdem als besonders belastet.

Das radioaktive Cäsium-137 hat eine Halbwertszeit von 30,17 Jahren. Das heisst, dass nach dieser Zeit die Hälfte des radioaktiven Wertes zerfallen ist. Doch was bedeutet das?

In Süddeutschland kann Schwarzwild nach wie vor noch radioaktiv belastet sein. © Erich Marek

In Süddeutschland kann Schwarzwild nach wie vor noch radioaktiv belastet sein.

Jäger sorgen für Lebensmittelsicherheit

"In landwirtschaftlich erzeugten Lebensmitteln wie Getreide, Fleisch oder Milch sind in Deutschland keine radiologisch relevanten Radioaktivitätsgehalte mehr vorhanden", so das Bundesamt für Strahlenschutz. Anders sieht es jedoch noch bei Speisepilzen und Wildbret aus.

Noch immer muss in den vom Fallout betroffenen Regionen das Wildbret von Schwarzwild auf seine Belastung hin getestet werden. Der Grenzwert von 600 Becquerel pro Kilogramm Cäsium-137 darf dabei nicht überschritten werden. Für die Messung gibt es in Bayern 124 Messstationen. Überschreiten Wildschweine den Grenzwert, muss das Wildbret verworfen werden. Die Jäger erhalten dafür dann eine Entschädigung. Laut Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sei nicht davon auszugehen, dass es in den kommenden Jahren zu einer Verringerung der Cäsiumbelastung in Wildschweinfleisch kommen wird.

Vergleichsweise vernachlässigbare Gefahr

Doch was bedeutet es, wenn man Wildbret mit dem Grenzwert von 600 Bq/kg verzehrt? Das LGL gibt an, dass mit 500 g Wildbret, das eine Radiocäsiumbelastung von 600 Bq/kg aufweist, nur ein 0,1 %tiger Anteil der durchschnittlichen jährlichen Strahlenbelastung eines Verbrauchers in Deutschland erreicht wird. "Dementsprechend bleibt die Belastung durch die Radioaktivität auch im Falle eines überdurchschnittlichen Verzehrs insgesamt untergeordnet im Vergleich zur natürlichen und künstlichen durchschnittlichen Strahlenbelastung und stellt eine vergleichsweise vernachlässigbare Gefahr dar", so das LGL. 

Wie die Strahlenbelastung, die der Körper bei einem Langstreckenflug ausgesetzt ist im Vergleich aussieht, lesen Sie zusammen mit vielen anderen Informationen im Beitrag "35 Jahre nach Tschernobyl – Ruhig bleiben". Die Ausgabe der PIRSCH ist noch bis zum 30. April 2021 kostenfrei lesbar (klick).


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