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Trockene Mooreals Klimakiller

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Sonntag, 01.01.2012 - 01:32
Erfolgreich wiedervernässtes Moor. Foto: M. Bink © M. Bink

Rund 40 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen, die durch die Landwirtschaft und Landnutzung anfallen, entstehen in trockengelegten Mooren, obwohl landwirtschaftlich genutzte Moorböden nur acht Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in Deutschland ausmachen.
"Aus drainierten Moorböden werden etwa so viel Treibhausgase frei wie aus dem gesamten deutschen Luftverkehr", sagt Dr. Annette Freibauer, am Thünen-Institut für Agrarrelevante Klimaforschung in Braunschweig – verantwortlich für das Nationale Inventar der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft. In naturbelassenen Mooren dagegen werden durch den hohen Wasserstand absterbende Pflanzen nicht zersetzt, sondern unter Luftabschluss konserviert. Damit verbleibt der in diesen Pflanzen gebundene Kohlenstoff, der aus dem Kohlendioxid der Atmosphäre stammt und im Zuge der Photosynthese in organische Verbindungen umgewandelt wurde, langfristig im Boden. Mit der Zeit entsteht daraus Torf. Sinkt durch die Trockenlegung der Wasserstand im Moor, so kommt wieder Sauerstoff in die oberen Bodenschichten: Die organische Substanz zersetzt sich, und der über Jahrhunderte gespeicherte Kohlenstoff wird frei. BHA