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Trichinenprobe bei Rabenvögeln Pflicht!

Mäuse gelten als Wirtstiere von Trichinellen: Als Allesfresser kann der Eichelhäher daher Träger werden (Symbolbild). Foto: Heinz Hess © Heinz Hess

Jagdschulleiter Werner Graf aus dem bayerischen Lankreis Donauwörth stolperte in den Verbandsmitteilungen das BJV über einen Artikel zum Eichelhäher. Besonders Interesse weckte bei ihm die Information, dass erlegte Tiere - in Bayern hat der Singvogel eine Jagdzeit - vor dem Verzehr auf Trichinen untersucht werden müssten.
Graf selbst beteiligt sich mit dem ein oder anderen Häher an der jährlichen Strecke von rund 21.000 Stück. Da er aber nicht nur die bunten Federn nutzt, sondern auch das Wildbret, fragte er beim Veterinäramt in Donauwörth nach, ob dem so sei. Dieses leitete die Anfrage weiter an das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz.
Aus dessen Antwort geht hervor, dass als potentielle Träger von Trichinen alle Vögel gelten, die als Fleisch- oder Allesfresser Wirtstiere (Wirbeltier, z.B. Mäuse) fressen. "Dies trifft insbesondere auf alle einheimischen Greifvögel und Rabenvögel zu." Weiter heißt es: "erlegte und ggf. als Lebensmittel weiter genutzte Rabenvögel sind gem. Anhang III e) iv) der Verordnung (EU) Nr. 2015/1375 grundsätzlich untersuchungspflichtig auf Trichinen".
Mit diesem Wissen rief Graf bei der nächsten Erlegung eines Eichelhähers den Veterinär an, denn er "wollte nicht rechtswidrig handeln". Er bat den Tierarzt darum dem Vogel eine Probe zu entnehmen, da es Jägern nur bei Schwarzwild und Dachs gestattet sei, dies zu tun. Nach Aussage des Jägers war der Fachmann für diesen Fall jedoch nicht geschult oder gerüstet. Dies zeigte sich auch auf der Abrechnung über 12,85 Euro, denn das Federwild wurde dort als "Haarwild" tituliert und abgerechnet.
Eine weitere Anfrage Grafs an das Ministerium, ob Hühnervögel ebenfalls von dieser Regelung betroffen seien, blieb bis zum aktuellen Zeitpunkt noch unbeantwortet.
RW