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Trauriges Ende für 20-Ender

Ausweglos: Der verendete Rothirsch vom etwa 8. Kopf hatte mit aller Kraft versucht, sich zu befreien. Foto: Karin Berg © Karin Berg

Ausweglos: Der verendete Rothirsch vom etwa 8. Kopf hatte mit aller Kraft versucht, sich zu befreien. Foto: Karin Berg


Als Jagdaufseher Edwin Dechert zu dem Hirsch gerufen wird, ist er noch warm. 20 Mal hat er sich mit der über 50 Meter langen Litze um einen Baum gedreht, bevor ihn die Kräfte verließen. Laut Dechert sei er dann vermutlich durch den Stress eingegangen.
„So etwas kommt bei uns leider alljährlich vor“, berichtet der pensionierte Berufsjäger gegenüber jagderleben. Auf der örtlichen Hegeschau sind immer zwei bis drei Geweihte dabei, die auf diese Weise ihr Leben lassen.
Noch am gleichen Tag hatte er zwei ähnliche Vorfälle in dem von ihm betreuten Revier im Kreis Siegen-Wittgenstein. Dabei handelte es sich jedoch nicht um Rotwild, sondern um einen Rehbock. Ein rund 40 Zentimeter dickes Kabelknäuel habe dieser in seinem Gehörn gehabt. Dechert: „Den konnten wir aber retten.“ Wiederum weniger glücklich war der Fund eines weiblichen Stück Rehwildes, welches ebenfalls Samstag von den Jägern gefunden wurde. Dieses lag vor einem Gatterzaun und war beim Auffinden bereits verendet. Es hatte schwere innere Verletzungen. Vermutlich wurde es von irgendetwas hochgemacht und in das Drahtgeflecht getrieben.
Wie für viele andere Jägerinnen und Jäger ist es auch für den Pächter des Wilgersdorfer Reviers, Dr. Joachim Pheiffer, unverständlich, warum immer wieder achtlos Zäunungen oder Teile davon zurückgelassen werden. So würden ungewollt mit viel Leid verbundene Fallen für Wildtiere gestellt. Was aus Unachtsamkeit verursachte tödliche „Wildunfälle“ betrifft, ist Pheiffer übrigens leiderprobt.
Im Jahr 2013 verendeten zeitgleich zwei Hirsche aus einem acht- bis zehnköpfigen Rudel, die vor Mountainbikern flohen. Da die Radfahrer offenbar die Tiere überraschten und deutlich die Fluchtdistanz unterschritten hatten, rannten sie kopflos durch Panik getrieben hangabwärts in eine aufgearbeitete Windwurffläche. Dabei fielen die Hirsche über Fichtenstubben und zogen sich tödliche innere Verletzungen (Leber- und Nierenriss, Aortenabriss) zu.
BS
In diesem Clip sehen Sie, wie Jäger ein Reh aus einer Garage befreien: