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Trauriger Sensationsfund

Auch der Hund des Jägers interessiert sich für den toten Greif. Foto: Walter Wackernagel


Am 13. November wurde Jagdpächter Walter Wackernagel darüber informiert, dass in seinem Revier "ein großer Vogel" liegen soll. Als er vor Ort war, fand er unter einer Stromleitung den Kadaver - es war ein Steinadler. Im ersten Moment sei es auch für ihn als Fachmann, er arbeitet beim Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, unklar, wie er weiter vorzugehen hat, sagte er gegenüber jagderleben. Er wollte sich nicht unwissentlich strafbar machen, denn schließlich handelt es sich um eine streng geschützte Tierart. Ihm war allerdings bekannt, dass der Greif dem Jagdrecht unterliegt und er somit als Pächter das Aneignungsrecht hatte. Dies bestätigte ihm auch die Untere Jagdbehörde, welche er umgehend über den Fund in Kenntnis gesetzt hatte.
Die außerordentliche Seltenheit des Vogels für diese Region machte ihm erst das "Phyletischen Museum Jena" klar. An dieses hatte er sich gewandt, um den Adler, der in Riga (Lettland) beringt wurde, präparieren zu lassen. Einer der Mitarbeiter, Matthias Krüger, gab gegenüber jagderleben an, dass dieser Totfund erst der dritte dokumentierte in Thüringen sei. Zuvor konnte nur jeweils einer im 19. und einer im 20. Jahrhundert nachgewiesen werden. Seit 1994 gab es außerdem zwölf Sichtungen, allerdings war davon mindestens ein Tier eines Falkners.
Dass der Vogel aufgrund eines Stromschlags verendet ist, kann Krüger vom Museum zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht bestätigen. Zur genauen Ermittlung der Todesursache wird der Greif jetzt nach München geschickt und dort in einem MRT gescannt. Danach sollen ein Vollpräparat für Wackernagel und ein Knochenpräparat für das Museum entstehen.
RW