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Trappen im Aufwärtstrend

Imposantes Bild: Ein Trapphahn in Balzstellung. Foto: Förderverein Großtrappenschutz


Der schwerste flugfähige Vogel der Welt findet in Deutschland nur noch wenige Lebensräume die seinen Ansprüchen gerecht werden. Zudem steigt der Druck durch Fressfeinde weiter an. Darauf hat der Deutsche Jagdverband in einer aktuellen Pressemitteilung hingewiesen.
Und das nicht ohne Grund: Landauf, landab wird in Tier- und Naturschutzkreisen die Berechtigung der Fangjagd diskutiert. In einigen Bundesländern hat dies bereits zu Einschränkungen oder gar Verboten geführt. Und das obwohl Experten quer durch alle Verbände die Notwendigkeit der Fangjagd zur Rettung einiger hoch bedrohter Arten wie eben auch der Großtrappe betont haben.

Im Falle der Großtrappen zeigt sich das auch ganz konkret. Aktuell kommen die Vögel nur noch in Brandenburg und Sachsen-Anhalt vor. Dort werden durch Zäunungen zirka 20 Hektar große „fuchssichere Areale“ geschaffen. Wiesel, Iltis und Steinmarder haben es auf die Gelege der Trappen abgesehen, während größere Räuber wie der heimische Fuchs und eingeschleppte Arten wie Marderhund und Waschbär auch den Küken nachstellen. Natürlich stehen die Bestände in erster Linie durch eine veränderte Landnutzung unter Druck. Aber die zunehmenden Zahl von anpassungsfähigen Fressfeinden könnte im Überlebenskampf zum Zünglein an der Waage werden.
In den Trappengebieten hat man dies längst erkannt. In Sachsen-Anhalt kümmert sich daher in den Schutzgebieten ein Berufsjäger gemeinsam mit der Jägerschaft vor Ort um eine intensive Raubwildbejagung mit Fallen (siehe Video-Link unten).
Der DJV nimmt dies zum Anlass von Politik und Naturschutzverbänden „ein Bekenntnis zur Fangjagd für den Artenschutz“ zu fordern. Dabei fehlt auch nicht der Hinweis, dass „bereits heute in bedeutenden Naturschutzgebieten Fallen zur Fuchs- oder Waschbärjagd eingesetzt werden“. DJV-Präsidiumsmitglied Helmut Dammann-Tamke bringt es auf den Punkt: „Wenn Naturschutzverbände ‚Prädatorenmanagement‘ fordern und zum Teil selbst praktizieren, aber gleichzeitig Fangjagd verbieten wollen, dann ist das – diplomatisch ausgedrückt – Augenwischerei.“
JMB/PM
Link: Video - so hilft Fangjagd der Großtrappe