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Toter Wolf: Stiftung verdächtigt Jäger

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Dienstag, 05.04.2011 - 02:03
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Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg hat wegen eines angeblichen "illegalen Abschusses eines Wolfs" bei Jüterbog (Teltow-Fläming) Strafanzeige erstattet. Nicht nur der Zeitpunkt der Anzeige, sondern auch die "Beweisführung" sind jedoch merkwürdig.
Das Tier wurde bereits im vergangenen Juni auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes Jüterbog West gefunden. Erst jetzt teilte die Stiftung dies mit. Spaziergänger hätten den Tierkadaver auf dem rund 7000 Hektar großen Areal der Stiftung im Naturpark Nuthe-Nieplitz fotografiert.
"Auf den Fotos ist eindeutig zu erkennen, dass das Tier mit einem Kopfschuss erlegt wurde", wird Andreas Hauffe, Wolfsexperte bei der Naturwacht, in den Medien zitiert. Wegen ungenauer Ortsbezeichnung habe man den Kadaver erst eine Woche später gefunden. Da fehlte der Kopf, vermutlich von anderen Tieren verschleppt. Eine genetische Untersuchung habe aber ergeben, dass es ein weiblicher Wolf war.
Für nicht näher bezeichnete "Experten" ist der Fall jedoch klar: Man gehe davon aus, dass es sich beim Täter um einen Jäger gehandelt haben muss, heißt es in einem Pressebericht. Dass in dem Gebiet jede Jagd verboten ist, wird dabei nicht als Widerspruch gesehen.
Die Jägerschaft wird aufgrund der Mitteilung der Stiftung zum Beispiel auch in den "Potsdamer Neuesten Nachrichten" ins Visier genommen. In einem diesbezüglichen Artikel wird kritisiert, dass der DJV angeblich die Bejagung von Wölfen fordere. Richtig ist, dass der Verband die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht bei gleichzeitiger Vollschonung befürwortet hatte. Kurz nachdem dies diskutiert worden war, zeigte die Stiftung dann auf der Grundlage von Vermutungen einen über ein halbes Jahr zurückliegenden angeblichen "Fall" an und nutzte dies als Aufhänger, um Stimmung gegen die Jäger zu machen – ein Schelm, wer Böses dabei denkt... JMB/PB