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Tote, Verletzte und ein offener Brief

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Donnerstag, 04.09.2014 - 02:48
Feuerwehr, Polizei und Sanitäter waren bei der Rettung eines Jägers in der Nähe von Goslar im Einsatz. Foto: FFW Othfresen © FFW Othfresen
Feuerwehr, Polizei und Sanitäter waren bei der Rettung eines Jägers in der Nähe von Goslar im Einsatz. Foto: FFW Othfresen

Hier die Fakten:
  1. Am 31. August saß ein 52-jähriger Jäger in Heißum im Landkreis Goslar auf einem Hochsitz an, als sich unter ungeklärten Umständen ein Schuss aus seinem Jagdgewehr löste und ihn schwer verletzte. Als der Mann nicht nach Hause kam, machten sich Angehörige auf die Suche, fanden den Schwerverletzten auf dem Hochsitz in unwegsamem Gelände und verständigten den Rettungsdienst. Der Angeschossene musste mit einem Rettungshubschrauber (Foto) in die Medizinische Hochschule Hannover geflogen werden. Die Ermittler schließen Fremdverschulden aus.

  2. Am 29. August wurde in einem Waldstück bei Trebbin-Thyrow und Kerzendorf an der B 101 im brandenburgischen Landkreis Teltow-Fläming ein Spaziergänger auf den Wagen eines Jägers aufmerksam, weil der schon seit einem Tag in der Nähe der B 101 abgestellt war. Bei der ausgelösten Suche wurde die Leiche eines 48-jährigen Mannes gefunden. Der Jäger stammt aus der Region und hatte eine Jagdwaffe bei sich. An seiner Leiche fand sich eine Schussverletzung. Wie die zustande kam, ist unklar. Ein Gewaltverbrechen scheint aber nicht vorzuliegen. Eine Obduktion soll Klarheit über die genaue Todesursache bringen.

  3. Ebenfalls am 29. August ist im unterfränkischen Breitenbrunn im Landkreis Miltenberg ein 50-jähriger Jäger beim Einsturz eines Hochsitzes schwer verletzt worden. Der Mann saß auf dem Sitz in fünf Metern Höhe an, als das Gestell plötzlich zusammenkrachte. Der Verunglückte konnte am Boden liegend mit dem Handy aber noch seinen Revierleiter zu Hilfe rufen. Der alarmierte den Rettungdienst. Mit einem Rettungshubschrauber wurde der Schwerverletzte anschließend in eine Klinik geflogen. Nach ersten Ermittlungen waren die morschen Verstrebungen des Hochsitzes Grund für den Unfall.

  4. Der erschütternste Fall in der Serie ist sicher der Tod eines 44-jährigen Jägers, der am 24. August beim Durchdrücken eines Maisfeldes in der Nähe von Weikersheim (Baden-Württemberg) durch den Schuss eines Jagdkameraden ums Leben kam.

Die genauen Umstände zum letztgenannten Unglück sind noch immer nicht geklärt. Was den Mitarbeiter einer Versicherung nicht davon aggehalten haben soll, sich dazu auf einer Jagdgenerseite im Internet wiefolgt zu äußern: „Die gute Tat des Tages! Wieder einer weniger. Ein 74-jähriger Jäger hat einen Volltreffer gelandet. War im Pflegeheim kein Platz mehr ?“ Und weiter: “Das Pack schießt doch auf alles, was sich bewegt (…) Hunde, Katzen und glücklicherweise manchmal auf ihresgleichen.” (Quelle: FJD)


Gegen diese menschenverachtenden Äußerungen wehrte sich die Initiative "Für Jagd in Deutschland" (FJD) mit einem offenen Brief an den Arbeitgeber des Mannes (Link siehe unten). Darin fragen die Initiatoren, "ob die Mannheimer Versicherung eine solch anmaßende Beurteilung einzelner Klientelgruppen durch einen Mitarbeiter unterstützt und in wie weit sich ihr Unternehmensverständnis mit diesen Aussagen gegenüber dem Opfern des tragischen Unfalls und der Jägerschaft vereinbaren lässt."
Der Jagdgegner hatte im Internet nämlich verlautbart, dass sein Arbeitgeber sein - wie er es nannte – "Engagement für den Tierschutz" begrüße. Und siehe da, die Versicherung hat geantwortet (siehe Link unten).
DK/JMB
Link: Offener Brief

Link: Antwort der Mannheimer Versicherung