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Das tote Reh am Haken

Der Auslöser: Dieses Bild wurde einer Lokalzeitung zugesandt. Foto: privat © Privat

Enttäuscht, verletzt, völlig konsterniert nach Fassung ringend zeigte sich der betagte Grünrock, über den sich ausführlich in sozialen Netzwerken ausgelassen wurde. Die untere Jagdbehörde und der Landesjagdverband kündigten unmittelbar nach der Veröffentlichung des Bildes, das wohl ein nachfolgender Verkehrsteilnehmer geschossen hat, Konsequenzen an. Zugegeben, das Bild ist nicht gerade vorteilhaft und ja, man kann Fallwild auch besser entsorgen. Doch wie war das noch gleich: Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie...
Der Jäger hatte es laut eigenen Angaben nur gut gemeint, indem er das Reh schnell von der Bundestraße 109 und somit aus dem Gefahrenbereich brachte. Auch er wollte kein Unfallrisiko darstellen und nicht zu lange halb auf der viel befahrenen Straße parken. Ebenso sollten nicht die Füchse die nächsten sein, denen ein Autofahrer ausweichen muss, weil sich Reineke an dem Kadaver gütlich tut. „Es war mir wegen des Verkehrs einfach nicht möglich, das Stück sofort sachgemäß einzuladen.“ Deswegen habe er es erst so weggezogen und kurz darauf ordentlich verladen und entsorgt. Am schlimmsten für den Mann ist die Tatsache, dass alle über ihn schrieben und urteilten, aber keiner mal nachgefragt hat – nicht einmal der Landesjagdverband.
BS