Home News Einer tot, zwei nachgewiesen

Einer tot, zwei nachgewiesen

am
Dienstag, 15.07.2014 - 17:04
Der erschossene Wolf aus dem Landkreis Bautzen. Foto: LUPUS Institut © LUPUS Institut
Der erschossene Wolf aus dem Landkreis Bautzen. Foto: LUPUS Institut

Der etwa einjährige, weibliche Wolf wurde bei Malschwitz an einem Straßengraben der Kreisstraße zwischen Lömischau und Halbendorf entdeckt. Der Fundort liegt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, im Bereich des Daubaner Wolfsterritoriums, berichtet das Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz. Um die genaue Todesursache festzustellen, wurde der Kadaver ins Leibniz Institut für Zoo- und Wildtierforschung Berlin (IZW) gebracht und dort untersucht. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass der Grauhund geschossen worden war.
Die Polizei ist auf der Suche nach Zeugen. Wer hat auffällige Personen oder Fahrzeuge in dem Bereich beobachtet, die mit der Tat in Verbindung stehen könnten? Hinweise nimmt die Direktion Görlitz, Tel. 03581 468 224, oder jede andere Dienststelle entgegen.
Seit 2000 wurden somit in Sachsen fünf Wölfe geschossen. Täter konnten bisher in keinem einzigen Fall ermittelt werden. Der Landesjagdverband sowie der Deutsche Jagdverband verurteilen diese Taten aufs Schärfste und warnen gleichzeitig vor vorschnellen Schuldzuweisungen. Ebenso machen die Verbände deutlich, dass diese Straftaten gegen europäisches Recht, gegen das Bundesnaturschutzgesetz und gegen das sächsische Jagdgesetz verstoßen.

Nachweise in Bayern

Dauerhafte Rückkehr in den Freistaat? Dieser Wolf wurde im Mai 2014 im Allgäu nachgewiesen. Foto: LfU

Bei dem Ende Mai südlich von Oberstdorf nachgewiesenen Wolf (wir berichteten hier) handelt es sich um dasselbe Männchen, das gut eine Woche zuvor bei Lech im österreichischen Vorarlberg nachgewiesen wurde. Das ergab ein Abgleich der neuesten Ergebnisse der vom Landesamt für Umwelt (LfU) in Auftrag gegebenen genetischen Analysen mit den Daten aus Vorarlberg. Gleichzeitig ist dadurch klar, dass es sich nicht um dasselbe Tier handelt, das Ende März im Inntal zwischen Oberaudorf und Brannenburg im Kreis Rosenheim nachgewiesen wurde. Weitere Analysen zur genauen Abstammung des Tieres stehen noch aus. Seit dem Beleg im Oberallgäu gibt es keine weiteren Nachweise auf einen Wolf in Bayern.
BS/PM