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Tollwutwarnung? Wohl eher Panikmache!

Rasso Walch © Markus Werner
Rasso Walch
am
Freitag, 28.04.2017 - 13:05
Wahrscheinlicher als ein Tollwutbefall ist eine Staupeinfektion (Symbolbild). © Dr. Armin Deutz

Mittwoch Nacht soll Reineke im Stadtteil Praunheim eine Frau angegriffen haben. Die zur Hilfe gerufenen Ordnungshüter erlösten das offensichtlich schwerkranke Tier. Der Räuber soll neben seinem aggressiven Verhalten, im Bereich der Hinterläufe motorisch eingeschränkt gewesen sein und die Augen waren getrübt, so die Aussage der Dienststelle gegenüber jagderleben. Im veröffentlichten Einsatzbericht ist dreimal von einem „vermutlich tollwütigen Fuchs“ die Rede. Unterschiedliche Medien (auch jagdliche) übernahmen diese Meldung über die Rückkehr der Tollwut nach Deutschland anstandslos.

Viele Jäger waren darüber äußerst verwundert, denn seit fast zehn Jahren gilt die Krankheit bei uns als ausgerottet. Wir fragten deshalb beim zuständigen Veterinäramt nach. Auch die Experten zeigten sich im Gespräch mit der Redaktion über diese „sehr voreilige“ Einschätzung alles andere als erfreut. „Das war seitens der Polizei völlig fehl am Platz. Für die Beurteilung der Krankheit fehlt ihnen die fachliche Kompetenz und eine Aussage darüber zu treffen steht nicht ihnen sondern uns zu.“ Nach Aussage des Sprechers gab es bei der ersten in Augenscheinnahme des verendeten Stücks keinerlei Anzeichen für einen Tollwutbefall. Allerdings werde man den Fuchs natürlich untersuchen. Deutlich realistischer sei aber eine Staupeinfektion oder eine Verwicklung in einen Wildunfall. PM