Home News "Tollwutfrei" auf Kosten der Jägerschaft?

"Tollwutfrei" auf Kosten der Jägerschaft?

Erlegter Fuchs. Foto: Karl Walch © Karl Walch

Anfang Oktober ist die geänderte Tollwut-Verordnung in Kraft getreten. Hintergrund ist, dass Deutschland inzwischen als tollwutfrei gilt. Die Verordnung sieht jetzt allerdings eine flächendeckende Überwachung vor, um den tollwutfreien Status zu dokumentieren.
Für Jäger besonders relevant ist in diesem Zusammenhang die neue Regelung im § 3 a, derzufolge "kranke, verhaltensgestörte oder anderweitig auffällige erlegte wild lebende Füchse, Marderhunde und Waschbären" sowie "verendet aufgefundene Füchse, Marderhunde und Waschbären" virologisch auf Tollwut zu untersuchen sind.
Zur Durchführung dieser Untersuchung haben Jagdausübungsberechtigte die Tiere aufgrund von Satz 1 nach näherer Anordnung der zuständigen Behörde dieser selbst oder einer von ihr bestimmten Untersuchungseinrichtung zuzuleiten. Mit der Zuleitung müssen dem Empfänger des jeweiligen Tieres Angaben zur Abschuss- oder Fundstelle, zum Datum des Abschusses oder Fundes, zur Tierart und zum Verhalten des Tieres vor dem Erlegen mitgeteilt werden.
Der Deutsche Jagdschutzverband (DJV) hatte sich im Vorfeld dafür eingesetzt, dass die Zusendung von auffälligen Tieren an die zuständigen Behörden für den Jäger kostenfrei bleibt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte dies unterstützt. Zwischenzeitlich haben die zuständigen Länderministerien jedoch anders entschieden: Jäger sollen die Kosten für die Einsendung von Fuchs, Marderhund oder Waschbär selbst tragen. Der DJV kritisiert, dass damit die Umsetzung einer inhaltlich sinnvollen Regelung unnötig erschwert wird, weil Jäger für Leistungen zahlen sollen, die sie im öffentlichen Interesse erbringen. Der DJV forderte jetzt die Veterinärbehörden vor Ort auf, praxisgerechte Lösungen zu finden. Es sollte beispielsweise ausreichen, wenn der Behörde vom Jäger mitgeteilt wird, wo der Tierkörper abgeholt werden kann. PM