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Tollwut eingeschleppt

Frühere Impfköderwarnung: Auf diese Schilder kann jeder verzichten. Foto: Hans-Jürgen Markmann © Hans-Jürgen Markmann

Vor rund einer Woche berichteten wir von der fortschreitenden Ausbreitung des gefährlichen Hundehautwurm-Erregers. Jetzt wurde im Landkreis Bamberg (Bayern) bei einem Hund Tollwut nachgewiesen. Der fünf Monate alte Welpe wurde 14 Tage vor dem Befund aus Marokko eingeführt und hatte vorschriftsmäßig die Schutzimpfung erhalten. Allerdings verzichtete man im Herkunftsland auf die vorgeschriebene „Tollwut-Antikörper-Bestimmung“ sowie die darauffolgende drei monatige Wartezeit.
Bereits nach wenigen Tagen in Deutschland erkrankte der junge Hund an fortschreitender Kieferlähmung, wodurch er keine Nahrung mehr aufnehmen konnte. „Gleichzeitig zeigte er ein leicht aggressives Verhalten“, heißt es in einem Bericht des Landratsamtes Bamberg. Der behandelnde Tierarzt reagierte schnell und äußerte den Verdacht der Tollwut. Der erkrankte Welpe wurde daraufhin eingeschläfert und zur Untersuchung zum Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) gebracht. Hier wurde der Anfangsverdacht bestätigt.
Durch umfassende Bekämpfungsmaßnahmen (wie durch scharfe Bejagung und Impfung von Füchsen) gilt Deutschland seit 2008 als „frei von Wildtollwut“. Die größte Gefahr eines neuen Seuchenausbruches ist laut Wissenschaftlern der Import von infizierten Hunden und Katzen aus dem Ausland.
BS