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Tollwut-Antikörper: Wolf in Tschechien eingeschläfert

Die Wölfin war stark verhaltensauffällig (Symbolbild). © pixabay.com

Am Fuße des Nationalparks Riesengebirge (Krkonoše) in Tschechien ist Anfang August ein Wolf auf einer Schafweide entdeckt worden.

Tschechischen Medienberichten zufolge, hatte sie vor dem Elektrozaun solche Angst, dass sie selbst dann nicht flüchtete, als Helfer kamen, um sie zu befreien. Den Schafen auf der Koppel tat sie nichts. Allerdings hatte sie dort vermutlich zusammen mit ihrem Rudel ein paar Tage zuvor vier Schafe gerissen.

Verdacht auf Tollwut

Nur wenige Tage später wurde das Tier wieder auffällig. Es wurde deshalb in einem Gebäude gefangen, sediert und in einen Zoo gebracht. Dort wurde der Wolf eingehend untersucht. In einer Blutprobe stellte man fest, dass das Tier Tollwut-Antikörper in sich trug.

Da auch der Gehörsinn eingeschränkt war, entschieden die Tierärzte, die Fähe einzuschläfern und das Hirngewebe auf Tollwut zu untersuchen. Dieser Test fiel jedoch negativ aus. Die Wölfin hatte zwar Tollwut-Antikörper, aber keine Tollwut. "Anhand der vorliegenden Informationen, kann man davon ausgehen, dass der Wolf geimpft worden ist", sagt der Jagderleben-Experte und Amtstierarzt Dr. Armin Deutz auf Anfrage der Redaktion.

Impfungen in Tschechien und Polen

Impfköder gegen die Tollwut werden in Tschechien seit 2011 nicht mehr eingesetzt. Allerdings führte das an den Nationalpark angrenzende polnische Schlesien eine Tollwut-Impfkampagne für Füchse mit 200.000 Impfködern im Frühjahr 2018 durch.

Es handelte sich sicher um einen reinrassigen Wolf und keinen Hybriden, so ein Sprecher der Nationalparkverwaltung gegenüber tschechischen Medien. 

Ein Video der Wölfin auf der Weide


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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