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Tödlicher Jagdunfall: 21-Jährige Jägerin angeklagt

Auf einer Drückjagd kam es zu einem tödlichen Jagdunfall – eine 21-Jährige ist deshalb nun angeklagt (Symbolbild). © alexxx81 - stock.adobe.com

Im Herbst 2017 kam es bei Ballenstedt (Sachsen-Anhalt) zu einem tödlichen Jagdunfall. Nun steht eine 21-jährige Jägerin aus Niedersachsen unter dringendem Tatverdacht, den tödlichen Schuss abgegeben zu haben. Nach einer Drückjagd mit rund 60 Jägern wurde ein 81-jähriger Waidmann tot unter seinem Stand gefunden. Der Mann hatte ein Loch im Kopf. Zwei anwesende Ärzte versuchten ihn noch zu retten, blieben jedoch erfolglos, wie die Volksstimme.de berichtet.

Ballistisches Gutachten trotz fehlendem Geschoss

Die Polizei schloss einen Selbstmord rasch aus und nahm die Ermittlungen auf. Dazu stellten die Beamten unter anderem alle Waffen der Jäger sicher, welche nach einer Untersuchung wieder herausgegeben wurden. Das Geschoss, welches den Jäger tödlich getroffen hatte, wurde nicht gefunden.

Ohne das Geschoss konnten die Ermittler keinen Vergleich mit den beschlagnahmten Waffen durchführen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Magdeburg erklärte gegenüber der Redaktion, dass aber ein aufwändiges ballistisches Gutachten sowie diverse Zeugenaussagen für einen hinreichenden Tatverdacht ausreichen würden.

Verstoß gegen UVV Jagd

Nachdem es zunächst zwei mögliche Tatverdächtige gab, steht nun eine 21-jährige Jägerin unter Tatverdacht. Der Sprecher des Gerichts erläuterte auf Rückfrage der Redaktion, dass die Jägerin auf einen Stand zugeteilt worden sei und dort auch auf die örtlichen Gegebenheiten und Sicherheitsbereiche hingewiesen wurde. Sie habe wohl einen Hirsch beschossen, der auf einem Kamm entlang zog und dabei das Opfer getroffen. Der jungen Frau wird vorgeworfen auf keinen ausreichenden Kugelfang geachtet und damit gegen die UVV Jagd verstoßen zu haben.

In der VSG Jagd §3 Abs. 4 heißt es: „Ein Schuss darf erst abgegeben werden, wenn sich der Schütze vergewissert hat, dass niemand gefährdet wird.“

Aktuell prüft das Gericht noch, ob die Verdachtsmomente aus der Anklageschrift tatsächlich für ein Verfahren ausreichen. Dann würde die Jägerin vor dem Jugendgericht einen Prozess bekommen, da sie zum Tatzeitpunkt noch unter das Jugendstrafrecht fiel. Aus diesem Grund steht auch zum aktuellen Zeitpunkt noch kein Verhandlungstermin fest.


Hannah Reutter geboren in Stuttgart, in der Landwirtschaft aufgewachsen, Jägerin und Führerin von DD & Dackel, seit 2018 bei den dlv Jagdmedien als Volontärin tätig.
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